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21.09.2017 - 05:31
Foto: Markus Tschepp

Augenzeuge klagt an: "Sie lachten, statt zu helfen!"

05.05.2010, 22:20
Diese Bilder wird Mario Schilcher sein ganzes Leben nicht mehr vergessen. Er war Augenzeuge, als im Bahnhof Hallein am Montagabend ein Mann vom Güterzug erfasst und getötet wurde. Doch nicht das Unglück alleine beschäftigt den Salzburger: "Als der Mann über die Gleise torkelte und in Gefahr war, lachten die anderen."

Es war zirka 21.50 Uhr am 3. Mai, als der tödliche Zugunfall im Bahnhof von Hallein passierte (siehe Bericht in der Infobox). Der Güterzug 50730 raste mit 100 km/h heran und erfasste den über die Gleise torkelnden 54- Jährigen. Der Salzburger war sofort tot.

Der Lokführer leitete nach dem Unfall eine Bremsung ein, brachte den tonnenschweren Zug aber erst Hunderte Meter danach zum Stehen. "Diese Bilder bekomme ich ohnehin nie wieder aus dem Kopf. Ich dachte zuerst, er hat den Bahnsteig noch erreicht, eilte durch die Unterführung, um ihm eventuell helfen zu können", schildert Mario Schilcher (26).

Ärger über fehlende Zivilcourage

Er, die anderen Augenzeugen und der Lokführer des Unglückszuges wurden nach dem schrecklichen Vorfall vom Team der Krisenintervention des Rotes Kreuzes betreut. "Eine andere Augenzeugin hat die Rettung gerufen, ich die Polizei. Aber was mich noch viel mehr beschäftigt, ist das Verhalten der anderen Passanten im Bahnhof. Als sie sahen, dass der Mann auf die Gleise ging und in Gefahr war, haben sie noch gelacht, gescherzt oder gar nicht reagiert", ist Mario sauer über die fehlende Zivilcourage.

"Ich habe gerade mit meiner Frau telefoniert, als ich ihn gesehen habe. Dann wollte ich ihn warnen, aber es war schon zu spät. Nur: Die anderen hätten noch genug Zeit gehabt, die sie lieber mit Lachen verbrachten", klagt der frühere freiwillige Feuerwehrmann an.

von Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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