Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
10.12.2016 - 04:17
Foto: APA/EPA/CLAUDIO PERI

Mehrheit der Katholiken für Reform der Kirche

26.06.2014, 16:35
Das hört sich an wie eine Revolution: Bei der Bischofssynode im kommenden Herbst will die katholische Kirche über einen neuen Umgang mit allen heißen Themen diskutieren, bei denen ihre Dogmen sich in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter von der gelebten Praxis der Gläubigen entfernt haben. Es geht um wiederverheiratete Geschiedene, Homosexualität, künstliche Empfängnisverhütung und vieles mehr.

Basis der Diskussion sollen die Ergebnisse einer von Papst Franziskus in Auftrag gegebenen, weltweiten Umfrage unter Katholiken sein, bei der sich eine große Mehrheit für Reformen ausgesprochen hat. Viele Bischöfe, so geht aus dem jetzt veröffentlichten Arbeitspapier für die Synode im Herbst hervor, drängen auf Gespräche zu den heißen Themen, um die Kluft zwischen der kirchlichen Morallehre und der gelebten Praxis zu überwinden.

Denn viele Gläubige hätten Schwierigkeiten, die Positionen der bisher gültigen Lehre "ganz anzunehmen", wie es in dem Papier dezent formuliert heißt. Das jetzt vorliegende 85- seitige Arbeitspapier soll den inhaltlichen Leitfaden für die zweiwöchigen Beratungen der Bischofssynode vom 5. bis zum 19. Oktober im Vatikan in Rom bilden.

Zweite oder dritte Ehe "mit Bußcharakter"

Zum Thema wiederverheiratete Geschiedene heißt es da etwa, dass "einige" Bischofskonferenzen vorgeschlagen hätten, "den Weg zu einer zweiten oder dritten Ehe mit Bußcharakter" zu prüfen (was auch immer "Ehe mit Bußcharakter" bedeutet). Vorbild könne die Praxis einiger orthodoxer Kirchen sein. Auch die Nichtzulassung zu den Sakramenten, wie sie die kirchliche Lehre festlege, werde von den Gläubigen nicht verstanden. Die betroffenen Katholiken würden sich offenbar weigern, ihre Situation als "irregulär" anzuerkennen.

Differenziertere Sicht der Homosexualität

Weiters würden viele Bischofskonferenzen einen Dialog mit der Humanwissenschaft fordern, "um eine differenziertere Sicht des Phänomens Homosexualität entwickeln zu können". Mit Blick auf die kirchliche Verurteilung der künstlichen Empfängnisverhütung heißt es unterdessen in dem Papier, dass diese von der "vorherrschenden Mentalität als Einmischung in das Intimleben des Paares und Einschränkung der Gewissensfreiheit" empfunden werde. Die Synode solle dabei helfen, "jenseits jeden Moralismus" wieder den "tiefen anthropologischen Sinn der Moral des Ehelebens" zu entdecken.

Schönborn: "Fact- finding zur Situation von Ehe und Familie"

Weitere Themen der Synode sollen etwa Abtreibung, die Unterstützung lediger Mütter, Gewalt und sexueller Missbrauch in Familien, Konsequenzen aus den großen Migrationsbewegungen sowie die Weitergabe des Glaubens an die junge Generation sein. Der Wiener Erzbischof Schönborn dazu: "Ziel der Sondersynode ist ein Fact- finding zur Situation von Ehe und Familie heute."

26.06.2014, 16:35
Christian Hauenstein, Kronen Zeitung
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum