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08.12.2016 - 18:44
Foto: APA/AFP/VANDERLEI ALMEIDA

Hamilton triumphiert in Regen- Hölle von Sao Paulo!

13.11.2016, 20:11

Die Titelentscheidung in der Formel 1 fällt erst in zwei Wochen im letzten Saisonrennen in Abu Dhabi! WM- Spitzenreiter Nico Rosberg reichte am Sonntag in Brasilien Rang zwei nicht, weil sein Mercedes- Teamkollege Lewis Hamilton in der Regen- Hölle von Interlagos gewann. WM- Titelverteidiger Hamilton feierte indes nach fünf Safety- Car- Phasen und zwei Renn- Unterbrechungen seinen ersten Sieg in Brasilien sowie den neunten Saisonerfolg. Insgesamt war es bereits der 52. in der Königsklasse für den Engländer - nur mehr Michael Schumacher hat mehr auf dem Konto. Die Highlights sehen Sie oben im Video!

Rosberg  verpasste damit wie schon zuletzt in Mexiko die Entscheidung im Titel- Zweikampf, geht aber mit zwölf Punkten Vorsprung auf seinen britischen Widersacher  in den Schlussakt in zwei Wochen. Schon ein dritter Platz würde dem Deutschen dort zu seinem ersten WM- Triumph genügen, selbst wenn Titelverteidiger Hamilton in Abu Dhabi gewinnt. "Ich bin auf der Jagd, das mache ich schon die ganze Zeit. Ich werde alles versuchen, aber jetzt will ich einmal diesen Moment hier genießen", meinte Hamilton nach seinem Triumph. Im Gegensatz zu vielen anderen habe er keine Schwierigkeiten gehabt. "Ich hatte eine ruhige Zeit vorne. Es war ein einfaches Rennen für mich. Es war interessant zu hören, wie viele hinter mir Probleme hatten."

Foto: APA/AFP/VANDERLEI ALMEIDA

Rosberg: "Ich kann mit dem zweiten Platz leben"

Für Rosberg war der Grand Prix im Autodromo Jose Carlos Pace hingegen ein echtes Zitterspiel. Während Hamilton von der Pole aus jederzeit Herr der Lage schien und trotz aller Widrigkeiten seinen dritten Sieg in Serie feierte, rettete sein Stallrivale nur mit Glück Platz zwei ins Ziel. Verstappen  hatte Rosberg zwischendurch schon überholt, doch die letzte Safety- Car- Phase verhalf dem WM- Führenden doch noch zu 18 Punkten. "Ich hätte hier lieber gewonnen, aber Lewis hat einen super Job gemacht und die Bedingungen waren schwierig. Lewis war ein bisschen stärker heute. Ich kann mit dem zweiten Platz leben", sagte Rosberg.

Verstappen "Es war ein unglaubliches Rennen"

Der aggressiv, aber auch brillant fahrende Verstappen sicherte sich mit tollen Manövern auf den Schlussrunden noch Rang drei. "Es war ein unglaubliches Rennen. Ich habe kaum etwas gesehen hinter den anderen Fahrern", betonte der niederländische Youngster. Schon die Minuten vor dem Start waren zur Nervenpartie geworden. Nach einem Unfall von Haas- Pilot Romain Grosjean  auf dem Weg in die Startaufstellung wurde der Beginn des Rennens zunächst um zehn Minuten verschoben, dann entschied sich die Rennleitung wegen des anhaltenden Regens für einen Start hinter dem Safety- Car. Nach sieben Runden wurde das Rennen dann freigegeben.

Räikkönen- Crash auf Zielgerader bringt alles durcheinander
Mühelos zog Hamilton davon, Rosberg verteidigte Platz zwei. Dagegen ließ sich Ferrari- Fahrer Kimi Räikkönen vom Red- Bull- Youngster Verstappen überraschen und verlor Platz drei. Nach einem weiteren Intermezzo des Safety- Cars wäre es in der 19. Runde fast zum Massencrash gekommen. Räikkönen drehte sich in seinem Ferrari auf der Geraden, schoss quer über die Strecke. Nur mit viel Glück konnten ihm die nachfolgenden Fahrer ausweichen. Die Rennleitung reagierte und befahl alle Autos wegen der Aufräumarbeiten zurück in die Boxengasse, die Ampeln standen vorerst auf Rot.

Heißes Duell um Platz 2 zwischen Rosberg und Verstappen

Für Hamilton kam diese Zwangspause gerade recht, so konnte er seinen Helm wechseln, weil in den alten Wasser eindrang. Nach 35 Minuten durften die Piloten wieder auf die Strecke, aber nur für einige Runden. Wieder parkten die Fahrer 27 Minuten vor den Garagen, ehe es erneut hinaus in den Regen ging. Rosberg hatte Mühe, seine Reifen drehten beim Neustart durch und er musste Verstappen passieren lassen. Der Niederländer jagte nun sogar den führenden Hamilton, bis er sich nach einem Fahrfehler fast von der Strecke drehte. Gerade noch konnte er Platz zwei verteidigen.

Wirbel um Massa- Crash bei dessen Heimat- Abschied
Erst jetzt entwickelte sich ein packendes Rennen mit zahlreichen Überholmanövern. Rosberg etwa konnte gerade noch einen Dreher und ein mögliches Aus verhindern. Doch der Krimi wurde wieder durch ein Safety- Car unterbrochen, weil Felipe Massa in seinem letzten Heimrennen im Williams in die Streckenbegrenzung gekracht war. Damit schob sich das Feld auf der Strecke wieder zusammen. Als das Rennen dann ein letztes Mal freigegeben wurde, lagen wieder die beiden Mercedes  vorn. Hamilton fuhr sicher seinen 52. Karriere- Sieg ein, er sorgte im 20. Rennen in diesem Jahr für den 18. Sieg des Mercedes- Rennstalls unter der Führung der Österreicher Toto Wolff  und Niki Lauda. 

Rosberg, der nach einem Reifenwechsel von Verstappen wieder Zweiter war, betrieb im Finale nur noch die nötige Schadensbegrenzung. "Lewis war der schnellste Mann auf der Strecke und das fehlerfrei. Er hat verdient gewonnen", bilanzierte Mercedes- Motorsportchef Wolff. Jetzt komme es in Abu Dhabi ganz im Sinne von Bernie Ecclestone  zum "großen Showdown", so Wolff.

Nasr erlöst Sauber- Team mit ersten WM- Punkten

Detail am Rande der großen Entscheidungen in der Formel- 1-WM: Sauber durfte endlich wieder einmal feiern! Felipe Nasr belegte vor seinem Heimpublikum in Sao Paulo Platz neun und bescherte seiner Equipe nach 22 erfolglosen Anläufen zwei Punkte, dank denen der Schweizer Rennstall in der WM- Wertung auf Kosten von Manor auf den zehnten Platz vorstieß. Die zwei Zähler sind rund 18,65 Millionen Euro wert. Es war das erste zählbare Ergebnis für den Rennstall der österreichischen Teamchefin Monisha Kaltenborn seit Ende Oktober vergangenen Jahres, als ebenfalls Nasr im Grand Prix der USA in Austin Neunter geworden war.

Das Ergebnis:
1. Lewis Hamilton (GBR)       Mercedes        3:01:01,335 Std.
2. Nico Rosberg (GER)         Mercedes              +11,455 Sek.
3. Max Verstappen (NED)     Red Bull               +21,481
4. Sergio Perez (MEX)          Force India            +25,346
5. Sebastian Vettel (GER)     Ferrari                  +26,334
6. Carlos Sainz jr. (ESP)       Toro Rosso           +29,160
7. Nico Hülkenberg (GER)      Force India            +29,827
8. Daniel Ricciardo (AUS)       Red Bull                +30,486
9. Felipe Nasr (BRA)              Sauber                 +42,620
10. Fernando Alonso (ESP)    McLaren                +44,432
11. Valtteri Bottas (FIN)        Williams                +45,292
12. Esteban Ocon (FRA)        Manor                   +45,809
13. Daniil Kwjat (RUS)           Toro Rosso           +51,192
14. Kevin Magnussen (DEN)   Renault                 +51,555
15. Pascal Wehrlein (GER)      Manor                   +1:00,498 Min.
16. Jenson Button (GBR)       McLaren                +1:21,994

Ausgeschieden: Marcus Ericsson (SWE/Sauber), Romain Grosjean (FRA/Haas), Esteban Gutierrez (MEX/Haas), Felipe Massa (BRA/Williams), Jolyon Palmer (GBR/Renault), Kimi Räikkönen (FIN/Ferrari)
Schnellste Runde: Max Verstappen (NED/Red Bull) in der 67. Runde - Zeit : 01:25,305 Min.

Der Stand in der Fahrer- WM:
1. Nico Rosberg (GER)         Mercedes       367
2. Lewis Hamilton (GBR)       Mercedes       355
3. Daniel Ricciardo (AUS)      Red Bull         246
4. Sebastian Vettel (GER)     Ferrari           197
5. Max Verstappen (NED)     Red Bull         192
6. Kimi Räikkönen (FIN)        Ferrari           178
7. Sergio Perez (MEX)          Force India       97
8. Valtteri Bottas (FIN)         Williams           85
9. Nico Hülkenberg (GER)      Force India      66
10. Fernando Alonso (ESP)    McLaren          53
11. Felipe Massa (BRA)         Williams            51
12. Carlos Sainz jr. (ESP)      Toro Rosso      46
13. Romain Grosjean (FRA)   Haas                29
14. Daniil Kwjat (RUS)           Toro Rosso      25
15. Jenson Button (GBR)       McLaren           21
16. Kevin Magnussen (DEN)   Renault              7
17. Felipe Nasr (BRA)            Sauber               2
18. Jolyon Palmer (GBR)        Renault              1
19. Pascal Wehrlein (GER)      Manor                1
20. Stoffel Vandoorne (BEL)  McLaren              1

Der Stand in der Konstrukteurs- WM:
1. Mercedes        722
2. Red Bull          446
3. Ferrari             375
4. Force India      163
5. Williams          136
6. McLaren            75
7. Toro Rosso       63
8. Haas                 29
9. Renault               8
10. Sauber              2
11. Manor               1

13.11.2016, 20:11
AG/red
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