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21.07.2017 - 17:45
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Foto: APA/AFP/JOSHUA LOTT / Video: AFP

Barack Obama nahm unter Tränen Abschied

11.01.2017, 06:12

In der Nacht auf Mittwoch hat sich US- Präsident Barack Obama mit einer engagierten und emotionsgeladenen Rede nach acht Jahren im Weißen Haus von seinen Landsleuten verabschiedet. Dabei flossen auch einige Tränen - selbst bei dem Noch- Staatsoberhaupt. "Es war die größte Ehre meines Lebens, euch zu dienen", sagte er. Obama rief die Amerikaner auf, als aktive Bürger die Zukunft mitzugestalten.

Gleichzeitig forderte der erste schwarze Präsident der US- Geschichte dazu auf, die Unterschiede zwischen Schwarzen und Weißen in den USA endgültig zu beseitigen. "Wir sind noch nicht dort, wo wir hinwollen", sagte Obama in Chicago vor Tausenden Zuhörern. "Alle haben noch Arbeit zu leisten." Das gelte nicht nur für die weiße Bevölkerungsmehrheit: Auch die Schwarzen müssten hinschauen und zuhören und anerkennen, dass die weiße Mittelschicht ihre Probleme habe. "Wir müssen in die Haut des anderen schlüpfen", sagte er. "Große Ungleichheit unterhöhlt unsere demokratischen Ideale."

Foto: APA/AFP/JOSHUA LOTT
Foto: APA/AFP/JOSHUA LOTT

Obama richtete während seiner Abschiedsrede emotionale Worte an seine Ehefrau Michelle, seine beiden Töchter sowie an Vizepräsident Joe Biden, den er als "Bruder" bezeichnete. "Dich habe ich Erstes nominiert und es war meine beste Entscheidung", sagte Obama vor den Augen des sichtlich gerührten Biden.

Foto: APA/AFP/GETTY IMAGES/Darren Hauck

Die komplette Rede gibt's hier im Video:

"Wir dürfen uns nicht fürchten"

Obama widmete seine laut Angaben aus dem Weißen Haus selbst geschriebene Abschiedsrede der Demokratie, die es zu verteidigen gelte. "Wir sollten vorsichtig sein, aber wir dürfen uns nicht fürchten", rief er. Terroristen könnten Menschen töten, aber nicht ein Land wie Amerika in Gefahr bringen. Es sei denn, das Land lasse von seinen Werten ab. "Wir als Volk, mit den Mitteln unserer Verfassung, können eine bessere Union bilden." Demokratie sei aber kein Geschenk, sie müsse ständig neu geformt werden.

Ein letzter Gruß an seine Fans als US-Präsident
Foto: APA/AFP/GETTY IMAGES/SCOTT OLSON
Foto: APA/AFP/NICHOLAS KAMM
Michelle Obama und Tochter Malia
Foto: APA/AFP/NICHOLAS KAMM

Obama rief zur Geschlossenheit über politische Differenzen hinweg auf und forderte einen friedlichen Wechsel von "einem frei gewählten Präsidenten zum nächsten". Er warnte davor, dass seine Landsleute sich in ihre jeweiligen "Blasen", also abgeschlossene Welten, zurückziehen. Dieser Trend sei eine Bedrohung für die Demokratie. Zunehmend würden die Menschen dann nur noch solche Informationen akzeptieren, die zu ihren Meinungen passten - ob sie wahr seien oder nicht.

"Probleme nicht totschweigen"

"Ohne eine Bereitschaft, neue Information zuzulassen und zuzugestehen, dass unser Kontrahent einen berechtigten Punkt macht und dass Wissenschaft und Vernunft von Bedeutung sind, werden wir weiter aneinander vorbeireden", mahnte Obama. Konsens und Kompromiss würden so unmöglich. Probleme einfach totzuschweigen, widerspreche den Grundsätzen der Verfassung.

Vizepräsident Joe Biden war sichtlich gerührt.
Foto: APA/AFP/GETTY IMAGES/SCOTT OLSON
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Foto: APA/AFP/NICHOLAS KAMM

Obama erwähnte die Errungenschaften seiner Präsidentschaft.  Seine Regierung habe 20 Millionen mehr Menschen eine Sozialversicherung gebracht, mit Osama bin Laden den gefährlichsten Terroristen der Welt unschädlich gemacht und eine Atommacht Iran verhindert, ohne einen einzigen Schuss abzufeuern. "Amerika ist ein besserer, stärkerer Ort, als zu der Zeit, als wir angefangen haben", sagte er. "Ihr müsst die Werte hochhalten, die uns zu dem machen, was wir sind", forderte Obama von seinen Landsleuten.

Foto: APA/AFP/JOSHUA LOTT
Umarmung für Obamas Pressechef Robert Gibbs
Foto: APA/AFP/GETTY IMAGES/SCOTT OLSON

Hinterlässt ein gespaltenes Land

Mit seinen mahnenden Worten spielte der nach acht Jahren aus dem Amt scheidende Präsident auf den erbittert geführten Wahlkampf um das Weiße Haus an, der die politische und gesellschaftliche Polarisierung des Landes weiter zugespitzt hat. Viele demokratisch gesinnte US- Bürger, besonders die Angehörigen von Minderheiten, blicken der anstehenden Präsidentschaft des rechtspopulistischen Immobilienmilliardärs Donald Trump mit großer Sorge entgegen. Die Machtübergabe im Weißen Haus findet am Freitag kommender Woche statt.

Redakteurin
Michaela Braune
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