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11.12.2016 - 12:48
Foto: Andreas Graf

Der Albtraum aller Ohrenärzte: The Prodigy live in Wien

27.11.2009, 09:32
Der Albtraum aller Ohrenärzte und Magengeschwüre gastierte am Donnerstag zum dritten Mal in diesem Jahr in Österreich: The Prodigy ließen in Wien ihre Punk-Breakbeat-Techno-Hymnen mit der Musik angemessener Lautstärke vom Stapel, also ganz knapp unterhalb der Schmerzgrenze, garniert mit einer hypnotisierenden Lichtshow und Bässen, die ohne Umwege frontal in den Unterleib fahren. Oder anders ausgedrückt: The Prodigy blieben auch diesmal den Fans nichts schuldig.

Die Songauswahl bei den Auftritten im Gasometer, beim Frequency Festival und am Donnerstag in der Stadthalle (Stehplatzversion, volles Parkett) war immer ziemlich ähnlich: "Breathe", "Firestarter", "Poison", "Voodoo People", "Invaders Must Die", "Warrior's Dance", "Omen", "World's On Fire" und selbstverständlich "Smack My Bitch Up", der Standard in Sachen politischer Unkorrektheit, aber laut Band eine Parodie auf Gangster- Rap, fehlten nie.

Ident klangen die Darbietungen dennoch nicht, weil die Briten ihr Material ständig remixen und ergänzen - passend dazu kam das aktuelle Album "Invaders Must Die" nun in einer überarbeiteten Sonderauflage in den Handel. Der Saal verwandelte sich rasch in einen Rave- Dom, das überaus gemischte Publikum - Rocker bis Krocha - durfte ausflippen.

Stärke wiedergefunden

The Prodigy hat man nach ihrem Höhenflug während der 90er Jahre und nur einer einzigen Studioarbeit zwischen 1997 und 2009 am Abstieg geglaubt. Dass man die halbe neue Platte bei den Shows präsentierte und das Material mit den Klassikern nicht nur mithalten konnte, sondern in einigen Fällen ("Omen" im Besonderen) bereits selbst schon zu diesen zählt, spricht für die wieder gefundene Stärke des Trios, das sich live mit einem Schlagzeuger und einem Gitarristen verstärkte, der fallweise Brachialriffs den elektronischen Sounds entgegenstellte.

Was bei einem Tanzabend mit DJ Liam Howlett und seinen Derwischen an den Mikros, Maxim Reality und Keith Flint, aus der Konserve kommt, ist völlig egal: Diesen Stil kann man nicht besser auf der Bühne umsetzen, als es The Prodigy tun.

von Wolfgang Hauptmann, APA
Fotos: Andreas Graf, krone.at

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