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Die Luft für Formel- 1- Boss Ecclestone wird dünner

15.05.2013, 13:37
Die Staatsanwaltschaft München hat laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" Anklage gegen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone erhoben. Zwei Delikte werden dem 82-jährigen Briten demnach vorgeworfen: Bestechung eines Amtsträgers in einem besonders schweren Fall und Anstiftung zur Untreue.

Sportlich hat Bernie Ecclestone mit seinem Machtwort bezüglich der Rückkehr zu den Vorjahrsreifen (ab dem Kanada- GP) die Wogen geglättet, privat treibt der Formel- 1-Boss jetzt aber mit der Anklage endgültig auf stürmischer See. "Big Bernie" beteuert freilich weiter seine Unschuld.

Niki Lauda: "Ich muss erst mit Bernie sprechen"

"Dazu kann ich im Moment nichts sagen. Ich muss erst mit Bernie sprechen, um beide Seiten zu kennen", sagte Niki Lauda, der sich in diesem heiklen Fall nicht zu weit aus dem Fenster lehnen wollte. Hinter vorgehaltener Hand wird allerdings längst gemunkelt, dass sehr einflussreiche Personen seit geraumer Zeit daran arbeiten, dass Ecclestone sein Amt als Formel- 1-Boss ruhen lassen soll. Die Anklage spielt diesen nun möglicherweise in die Hände.

Denn Ecclestone hatte bereits Ende 2012 eingeräumt, dass eine Anklage in Deutschland das Ende seiner Formel- 1-Ära bedeuten könnte. Die Formel- 1-Besitzergesellschaft CVC "wird wahrscheinlich gezwungen sein, mich loszuwerden, wenn die Deutschen mich holen. Es ist ziemlich klar, wenn ich eingesperrt würde", hatte der Chefvermarkter der Formel 1 damals dem "Sunday Telegraph" gesagt.

Ex- Bankvorstand geschmiert?

Vorgeworfen wird Ecclestone, dass er den ehemaligen Risikovorstand der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, mit umgerechnet rund 34 Millionen Euro geschmiert habe, damit dieser ihm hilft, die Rennaktien der Bank (war Hauptaktionär der Formel 1) an einen ihm genehmen Käufer zu veräußern. Gribkowsky, der auch mitverantwortlich für die Fehlinvestition der BayernLB in die Hypo Alpe Adria gemacht wurde, wurde inzwischen zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die Ermittlungen in diesem Fall führten die Justiz auch auf eine heiße Spur nach Österreich. In Gribkowskys Stiftung "Sonnenschein" in Salzburg sollen die erwähnten Millionen geparkt gewesen sein.

Ecclestone beteuert seine Unschuld

Ecclestone selbst beteuerte immer seine Unschuld, betonte, dass er von Gribkowsky erpresst worden sei. Hätte ihn Ecclestone nicht bezahlt, hätte er die britischen Steuerbehörden auf illegale Geschäfte des 82- Jährigen aufmerksam gemacht. "Ich bin in meinem Leben schon öfters bedroht worden, aber noch nie so raffiniert", sagte Ecclestone.

Er selbst hat nach eigener Aussage übrigens noch keine Kenntnis über eine bereits erfolgte Anklage. "Sie haben mir noch nichts gesagt. Das ist das einzige Problem", sagte der Formel- 1-Chef am Mittwoch laut einem Bericht der englischen Tageszeitung "The Guardian". Ecclestone geht aber davon aus, bald von der Anklagebehörde Bescheid zu bekommen: "Ich denke, sie werden es schließlich tun, sie müssen ja offensichtlich."

"Anklageschrift ist Verteidigung nicht zugestellt worden"

Ecclestones Verteidiger Sven Thomas und Norbert Scharf erklärten dazu passend: "Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft München I ist der Verteidigung noch nicht zugestellt worden. Eine Stellungnahme verbietet sich daher. Es verbleibt bei dem klaren Standpunkt der Verteidigung, dass Herr Ecclestone sich weder einer Bestechung noch einer Teilnahme an einer Untreue schuldig gemacht hat."

Wann und ob es zum Prozess kommt (letzte Entscheidung liegt beim Richter des Landgerichts), steht noch nicht fest, Fakt aber ist: Sollte "Bernie" das Gericht nicht überzeugen können, droht ihm eine Haftstrafe.

15.05.2013, 13:37
Richard Köck, Kronen Zeitung/AG/red
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