"Ich habe nur im Interesse der Überlebenden teilgenommen - und wegen der Notwendigkeit, auf ihre Notlage aufmerksam zu machen", zitierte die Zeitung "Jediot Achronot" die Gewinnerin Chava Herschkovitz (Bild). Die 79- Jährige beklagte die Vernachlässigung der noch etwa 200.000 Holocaust- Überlebenden in Israel, von denen viele in Armut lebten: "Niemand tut wirklich etwas für sie, es gibt immer nur Worte. Darum ging es bei diesem Wettbewerb, nicht um Schönheit", fügte die aus Rumänien vor den Nazis geflohene, frischgebackene "Miss Holocaust- Überlebende" hinzu.
In israelischen Medien wurde der ungewöhnliche Wettbewerb zunächst nur am Rande erwähnt, Kritiker bezeichneten die Veranstaltung in Kommentaren als "makabres Schauspiel".
Die Idee dafür stammte von Simon Sebag, der die Hilfsorganisation für Holocaust- Überlebende "Jad Eser Le Chaver" (Helfende Hand für einen Freund) gegründet hat. In Haifa sei es nur zu einem kleinen Teil um Schönheit gegangen, erklärte er. Stattdessen hätten die Wettbewerberinnen auch von den Schrecken des Holocaust sowie ihrer Lebenskraft berichtet.