Di, 16. Jänner 2018

Streit um Abrechnung

12.01.2018 08:32

Rieder Freizeitbad plötzlich deutlich teurer

Probe-Schwimmen ist Ende Jänner im Freizeitbad Ried angesagt, bevor die Oase am 8. Februar offiziell eröffnet wird. Die Becken sind gefüllt, die Mitarbeiter werden eingeschult. Kritik übten manche vorab an den Eintrittspreisen, daraufhin wurde nachjustiert. Teuer könnte dafür noch der Abgang kommen - und plötzlich verlangt auch noch die Baufirma um zwei Millionen Euro mehr! Das Bad könnte damit rund 16 Millionen statt den veranschlagten 14 Millionen Euro kosten.

Zuletzt bereitete Rieds Vizebürgermeister Thomas Dim (FP) der zu erwartende hohe Abgang Kopfzerbrechen: Statt - wie in einer Studie von 2013 in Aussicht gestellt - 260.000 Euro pro Jahr, hat die Stadt Ried den zu erwartenden jährlichen Abgang im Voranschlag 2018 plötzlich mit 450.000 Euro beziffert.

Baufirma verlangt plötzlich um 2 Millionen Euro mehr
Und nun kommt der nächste Schock: Nach Abschluss der Arbeiten verlangt die Baufirma plötzlich um zwei Millionen Euro mehr, als eigentlich vereinbart war. Am 11. Jänner hat der Gemeinderat die vorgelegte Abschlussrechnung abgelehnt. Denn sie beträgt auf einmal 4,3 Millionen Euro, obwohl die ISG als Bauträger "nur" 2,2 Millionen Euro beauftragt hat.


Stadt hat Anwälte eingeschaltet
Weder die Stadt noch die ISG wollen das auf sich sitzen lassen und haben bereits einen Anwalt mit der Prüfung der Sache beauftragt. In der Gemeinderatssitzung wurden lediglich Mehrkosten von 50.000 Euro abgesegnet (diese gehen auf Baumeisterarbeiten und kleine Abänderungen am Projekt zurück). Die weitere rund zwei Millionen Euro wurden abgelehnt. Die Stadt will nun juristisch gegen die von der Baufirma geforderten Mehrkosten vorgehen.

Mitarbeiter werden geschult
Währenddessen laufen im Bad die Vorbereitungen für die Betriebsaufnahme. 28 Mitarbeiter, vom Bademeister bis zur Reinigungskraft, sind im Freizeitbad Ried beschäftigt. "Sie werden gerade geschult. Am 31. Jänner und 1. Februar gibt es ein Probe-Schwimmen mit geladenen Gästen", weiß Thomas Murauer von der Agentur Innpuls. Dabei sollen die Mitarbeiter ein Gefühl bekommen, wie es bei Normalbetrieb sein wird.

115.000 Gäste pro Jahr kalkuliert
Die Betreiberfirma GMF rechnet mit 115.000 Gästen im Jahr. Zum Einzugsgebiet gehören neben den Bezirken Ried, Schärding und Braunau auch Vöcklabruck und Grieskirchen. Als stärkste Konkurrenz werden die Bäder in Vöcklabruck, Wels, Passau und die Thermen Geinberg und Bad Füssing angesehen. Doch mit der Saunalandschaft, die fünf Saunen und ein Dampfbad umfasst, will das Freizeitbad punkten, weiß auch Betriebsleiter Franz Murauer.

Bei Schülertarifen nachgerüstet
Zuletzt  haben auch noch die Tarife Kritiker hervorgerufen. Erst waren keine Jahreskarten geplant, dann wurden doch welche um 475 Euro beschlossen. Auch bei Schulklassen wurde nachgerüstet. Pro Schüler sind 3,20 Euro fällig. Zuvor sollten Klassen nur ganze Bahnen um 40 Euro mieten können.

Simone Waldl, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden