So, 19. November 2017

Handwerkskunst

08.11.2017 09:21

Ein Stock für alle Fälle

Ein Bergstock gehört für viele einfach dazu, wenn sie am Berg unterwegs sind.

Der Sachsenburger Herbert Pirker stellt diese her und viele Jäger und Berggeher sind begeistert. Der Herbst ist für Herbert Pirker eine wichtige Zeit, denn regelmäßig unternimmt der 76-Jährige kleine Wanderungen durch die Wälder rund um Sachsenburg. Doch nicht der Fitness-Aspekt steht bei ihm dabei im Vordergrund, sondern Pirker hält Ausschau nach dem Rohmaterial für seine begehrten Bergstöcke.

"Ich bin auf der Suche nach gerade gewachsenem Haselnussholz", verrät der 76-Jährige, der bis vor zehn Jahren als Tischlermeister dieses herrliche Holzhandwerk jahrzehntelang ausgeführt hat und auch jetzt in der Pension nicht von dem wunderbaren Werkstoff lassen kann.

"Jetzt ist der Saft aus dem Holz heraus und es ist stabiler als im Frühjahr, wenn es sich biegen lässt", erklärt Pirker. Dieses Mal hält der Sachsenburger nach bereits bekannten Haselnussstauden Ausschau. "Ich habe hier im Frühjahr einige passende Stöcke mit meinem Feitl angeschnitten." Warum? "Ganz einfach, der dadurch verletzte Baum wehrt sich und bildet eine Narbe, die das Holz einzigartig macht. Und je nach gesetzten Schnitten können so die schönsten Muster und Strukturen entstehen."

Zurück in der Werkstatt werden die Stöcke dann auf die passenden Längen zugeschnitten. Pirker: "Wenn jemand größer und schwerer ist, der benötigt einen langen und starken Bergstock, jemand, der kleiner und leichter ist, natürlich etwas Zarteres." Denn Bergstöcke produziert Pirker fast nur auf Kundenwunsch.

Und für einen richtigen stabilen Bergstock braucht es vor allem Zeit, denn das Holz muss gut austrocknen können.

Pirker: "Viele Jäger schwören bei uns in den Bergen seit ewig auf Bergstöcke, die im steilen Gelände Halt geben, auf denen man sich abstützen kann und die auch als Zielhilfe dienen. Immer öfters nehmen auch Wanderer Bergstöcke mit auf ihre Touren, da sie sich damit, etwa auf den Almen, sogar mit einem gezielten Schlag gegen Kühe verteidigen können." Zurück in der Werkstatt fräst der 76-Jährige Muster ins Holz. "Diese sorgen für einen besseren Griff und Halt." Auf einer Seite des Bergstocks montiert Herbert eine Metallspitze, die er mit Montagekleber und kleinen Nägeln fixiert, während auf die andere Seite ein Gummistoppel kommt.

Pirker: "Die Metallspitze braucht es, wenn der Untergrund hart oder eisig ist, sonst reicht der Stoppel - der ist auch nicht laut und stört nicht beim Gehen." Ein handgefertigter Bergstock kostet beim Sachsenburger 30 Euro. Er stellt aber auch noch andere hölzerne Kunstwerke her. Bei Interesse: 0676 / 41 35 352.

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