So, 19. November 2017

Massaker in 3 Stufen

01.11.2017 11:30

Der teuflische Plan des IS-Paares aus Österreich

Nachdem die türkische Polizei bei Razzien auch ein IS-Paar aus Österreich verhaftet hat - wir berichteten -, wurden nun neue Details zum Plan der Terroristen bekannt. Laut ihren Aussagen wollten sie in drei Stufen ein Massaker in einem Istanbuler Einkaufstempel anrichten. Sie haben dafür einen teuflischen Plan ausgeheckt.

66 gebastelte Bomben wurden in einem Transporter und einem Motorrad in der Garage des Istanbuler Einkaufszentrums Bayrampasa sichergestellt. Zwei Frauen und zwei Männer wurden verhaftet, darunter auch das mutmaßliche IS-Paar, das einst aus Wien an den Bosporus übersiedelt ist.

Der Plan der IS-Anhänger
Jetzt gab die Istanbuler Polizei weitere Details bekannt. Zuerst haben die Terroristen Mikrowellen im Einkaufszentrum gekauft und diese mit ferngesteuerten Bomben in Aufbewahrungsfächer gelegt. Sie hätten in der ersten Stufe losgehen sollen, dies hätte Panik ausgelöst. Die Menschen wären zu den Ausgängen geströmt. Dort hätten dann die Attentäter mit den aus der Garage geholten Sprengsätzen gewartet. In ihren Rucksäcken trugen sie Bombenjacken. Damit wollte sich das IS-Quartett schließlich selbst in die Luft sprengen.

Gebaut haben sie die Sprengstoffgürtel in zwei Wohnungen in den Istanbuler Bezirken Esenyurt und Arnavutköy. Diese Wohnungen wurden zwei Tage vor dem geplanten Anschlag in Brand gesteckt, um abzulenken. Doch die Istanbuler Polizei kam den Terroristen zum Glück auf die Spur.

Schläferzellen in Österreich
Im Interview mit der "Krone" spricht der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde, Birol Kilic, über die Wahl des Datums für den Anschlag in Istanbul und auch darüber, wie sich Österreich vor Schläferzellen im eigenen Land schützen kann.

"Krone": Herr Kilic, warum wurde der 29. Oktober für ein Attentat gewählt?
Birol Kilic: Weil es der Tag der Gründung der modernen säkularen Republik ist. Der IS versucht Istanbul zur Hauptstadt des dubiosen angeblichen IS-Staates zu machen. Alle fundamentalistischen Bewegungen der Welt versuchen seit 1923 die Türkei wieder in einen Gottesstaat zu verwandeln.

Gibt es auch schlafende Zellen bei uns?
Mit Sicherheit. Das Paar ist ein Beispiel.

Wie kann sich Österreich davor schützen?
Wer den politischen Islam nicht ernst nimmt, kann die Folgen der Gewalttheologie nicht verhindern. Österreich darf nicht ein Selbstbedienungsladen oder Hinterland von politischen Parteien aus dem Ausland werden. Hier sind Gesetze notwendig, die diversen Vereinen und Gebetshäusern einen Riegel vorschieben. Man muss differenzieren: Islam ist nicht politisierter Islam.

Martina Münzer, Kronen Zeitung

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