Di, 21. November 2017

Um Schule zu retten

18.10.2017 14:55

Stadt Graz kauft Acker um sechs Millionen Euro

Sinnvolle Maßnahme oder unnötige Geldverschwendung? Die Stadt Graz will dem Land einen 50.000 Quadratmeter großen Acker um ca. sechs Millionen Euro abkaufen. Das Ziel ist die Rettung der Landwirtschaftsschule Alt-Grottenhof in Graz, die neu aufgesetzt werden soll, um den Schülerschwund zu bekämpfen.

Verkehrte Welt: Die "kleine" Stadt Graz, also die schwarz-blaue Koalition, will dem "großen" Land Finanzhilfe geben. Es geht um die ordentliche Summe von ca. sechs Millionen Euro.

Und wofür? Für den Erhalt der Landwirtschaftsschule Alt-Grottenhof in Graz-Wetzelsdorf.

Der Hintergrund: Weil Schüler ausbleiben, will Agrarlandesrat Hans Seitinger (VP) die Schule neu positionieren. Als ein Bio-Zentrum, das Schüler aus ganz Österreich locken soll, und mit einer Bio-Markthalle für die Bürger. Etwa zwölf Millionen Euro kostet das Projekt.

Bloß: Seitinger hat keine zwölf "Mille". Darum wollte er einen Teil der landeseigenen Schul-Ackerfläche verkaufen (50.000 Quadratmeter). Das Areal ist als Grünland (eines der letzten in der Gegend) gewidmet - umgewidmet als Bauland gäbe es einen Verkaufspreis von ca. 15 Millionen Euro (also ca. 300 Euro/Quadtratmeter).

Politisch ist eine Umwidmung aufgrund des Bürgerwiderstands nicht machbar - und war laut VP-Bürgermeister Siegfried Nagl und FP-Vize Mario Eustacchio auch nie geplant.

Ein symbolischer Euro

Nagls und Eustacchios Lösung: Die Stadt kauft das Areal trotzdem, sichert es als Grünraum und stellt es der Schule (also dem Land) um einen symbolischen Euro zur Verfügung. Die restlichen sechs Millionen für das Seitinger-Projekt müssten vom Land kommen. Nagl: "In der aktuellen Ausrichtung droht der Schule die Schließung, es stehen weit mehr als 50.000 Quadratmeter Grünraum auf dem Spiel."

An der Frage, ob sich die Stadt über den Tisch hat ziehen lassen und sechs "Mille" für den Acker vergeudetes Geld wären, scheiden sich wohl die Geister.

Volksbefragung kommt trotzdem

Ach ja: Nachdem die KP Unterschriften für den Erhalt besagten Ackers gesammelt hat, muss demnächst eine Volksbefragung in Wetzelsdorf kommen…

Von: Gerald Richter

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden