Fr, 22. September 2017

Techniker wechselte:

26.07.2017 15:19

Prozess um Geheimnisverrat

Statt sich über seinen neuen Job freuen zu können, musste ein Ingenieur im Industrieviertel vorerst um seine Zukunft bangen. Der Techniker hatte gekündigt und eine Stelle bei einer Konkurrenz-Firma angetreten. Plötzlich kam Post vom alten Arbeitgeber: Der forderte 61.000 Euro Schadenersatz wegen Geheimnisverrat.

Gerade in technischen Sparten können spezielle Produktionsverfahren über Wohl und Wehe eines Unternehmens entscheiden. Es ist also klar, dass da der fliegende Wechsel eines Angestellten zur Konkurrenz mit Argusaugen beobachtet wird. Und mitunter für böses Blut sorgt, wie ein Fall aus dem Süden das Landes beweist: Fast 30 Jahre war ein Ingenieur für eine Firma tätig gewesen, ehe er kündigte und ein Job-Angebot in derselben Branche annahm. 19.000 Euro standen dem Techniker aus seiner vorherigen Beschäftigung noch zu. Doch sein früherer Arbeitgeber überwies nur 2400 Euro - und forderte im Gegenzug 61.000 Euro von dem Mann. Die Begründung: Er habe Betriebsgeheimnisse verraten.

In seiner Not wandte sich der Beschuldigte an die Arbeiterkammer. Es kam in Wiener Neustadt zum Prozess. "Vor Gericht konnte das Unternehmen keinen Beweis für den Geheimnisverrat vorlegen. Der Ingenieur bekam Recht und 16.800 Euro zugesprochen", berichten die AK-Juristen. Präsident Markus Wieser betont: "Einmal mehr hat sich der Rechtsschutz durch die Arbeiterkammer bezahlt gemacht."

Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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