Mi, 17. Jänner 2018

Große Debatte

25.03.2017 14:41

100 Marokkaner halten Polizei & Politik auf Trab

Drogendeals, brutale Gewaltexzesse und nach wie vor fehlende Rückübernahmeabkommen. Der kriminellen Nordafrikaner-Szene scheint man in Innsbruck weiter nicht Herr zu werden. Wenig überraschend ist sich auch die Politik uneins, wie mit dieser Problematik umgegangen werden soll. Die einen fordern die "volle Härte", die anderen verteidigen sogar Schlafmöglichkeiten.

Marokko, Tunesien und Algerien im Fachchargon auch Maghreb-Staaten genannt. Bekanntlich treiben sich viele kriminelle Staatsbürger dieser Länder auch in Innsbruck herum. Seit 15 Jahren wird dort etwa der Drogenmarkt von der berüchtigten Nordafrikaner-Szene beherrscht. Illegale, teils gewalttätige Machenschaften, die nicht nur für Ärger, sondern auch für jede Menge Angst und Schrecken sorgen!

80 bis 100 Mitglieder

Laut Polizei umfasst diese Gruppierung seit Jahren konstant um die 80 bis 100 Mitglieder. Umso erschreckender sind daher auch die Zahlen der aktuellen Kriminalstatistik: In der Rubrik "Straftaten durch Fremde Ermittelte Tatverdächtige" belegt etwa Marokko mit 923 hinter Deutschland den zweiten Rang. In der Statistik nicht aufgelistet ist hingegen Algerien. Aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung geht jedoch hervor, dass allein im Zeitraum von Jänner bis August 2016 in Tirol 282 algerische Tatverdächtige ausgeforscht werden konnten.

Wirbel um Notschlafstelle

Aber wohin mit all den kriminellen Szene-Mitgliedern? Zuletzt war etwa die Aufregung groß, als Personen aus dem nordafrikanischen Drogen-Milieu in der Notschlafstelle am Schusterbergweg nächtigten. Zudem ist es auch nicht lange her, dass es dort zu einer blutigen Messerattacke kam. Für Tirols FP-Chef Markus Abwerzger ein absolutes "No-Go". Er und seine Parteikollegen fordern ein striktes Hausverbot für die Nordafrikaner-Szene. In dieselbe Kerbe schlägt Stadt-VP-Chef Franz Gruber: "Wir wollen keinen Wohnraum für straffällige Nordafrikaner zur Verfügung stellen und das auch noch mit öffentlichen Geldern. Das ist nicht nachvollziehbar."

LR Christine Baur vertritt eine andere Meinung

Eine ganz andere Meinung hat hingegen die grüne Sozial-Landesrätin Christine Baur. Auf "Krone"-Anfrage schreibt LR Baur: "Wie der Begriff Notschlafstelle schon indiziert, handelt sich es um einen Schlafplatz, der dringend benötigt wird. Ich will, dass im Winter kein Mensch erfriert, egal woher er oder sie kommt. Wurden Klienten schwer straffällig, befinden sie sich in der Justizanstalt und nirgendwo sonst."

Hubert Rauth, Kronen Zeitung

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