Sa, 25. November 2017

BSO-Farce

04.11.2016 18:48

Machtspiele bei Österreichs „Sport-Apparatschiks“

Warum es um Österreichs Sport schlecht bestellt ist (zwei Olympia-Desaster in Folge, keine tägliche Turnstunde, null Bewegung in den Kindergärten), hat leider neben dem schlechten Stellenwert in der Gesellschaft auch viele andere Gründe. Mitunter auch in der Organisation des Sports selbst, also hausgemachte. Wie jetzt die BSO-Wahl bewies. Die Ernennung von Rudi Hundstorfer zum Präsidenten wurde in Sportkreisen gutgeheißen, aber unglaublich ist, dass der ÖSV in Zukunft in keinem BSO-Gremium mehr vertreten ist. Präsident Peter Schröcksnadel: "Neid ist scheinbar wichtiger als Erfolg!"

Wofür die Bundes Sport Organisation genau zuständig ist (Gelder verteilt sie im österreichischen Sport seit Jahren nicht mehr), ist ohnehin fraglich. Jedenfalls soll sie den Sport nach außen hin vertreten und ihm auch mehr Stellenwert verleihen.

Es gibt jede Menge Gremien innerhalb der BSO, die mit Leuten aus den Fachverbänden (Ski-Verband, Volleyball-Verband, Schwimm-Verband, etc.) besetzt werden.

Ein Schalk, wer glaubt, ein Parteibuch könnte von Hilfe sein...

Fest steht jedenfalls, dass Österreichs mit Abstand erfolgreichster Verband, der Österreichische Ski Verband künftig keine Stimme mehr hat und keine Personen in irgendeinem Gremium stellt, während 32 (!) andere Fachverbände sehr wohl vertreten sind. Der vom ÖSV vorgeschlagene Toni Leikam wurde nämlich vom BSO-Wahlvorschlagskomitee (Ja, das gibt es wirklich!) nicht berücksichtigt. Wir haben uns erkundigt, warum: Er sei ein "Namenloser". Wie bitte? Und alle anderen "Auserwählten"?

Drei Personen sitzen in diesem Wahlvorschlagskomitee - unter anderem der Präsident vom Kegel- und Bowlingverband als Vorsitzender. Der kann dann also entscheiden, dass der ÖSV nicht mehr in der BSO vertreten ist. Unfassbar eigentlich.

Wirklich super, wenn diese BSO dann für Österreichs Sport verhandelt, wobei der wichtigste Verband, der einzige, der regelmäßig Medaillen holt, nicht dabei ist. (Achtung: Ironie!)

Peter Schröcksnadel: "Neid ist scheinbar wichtiger als Erfolg! Wenn sich der österreichische Sport selbst schwächen will, kann ich leider auch nichts tun. Dem ÖSV wird es sicher nicht schaden."

Während sich jetzt wohl einige "Sport-Apparatschiks" ins Fäustchen lachen, weil der große ÖSV geschnitten worden ist, hat Österreichs Sport wieder einmal verloren.

Max Mahdalik, Sportchef Krone Multimedia

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