Mi, 18. Oktober 2017

Krach beim SKN

15.07.2016 10:15

Mobbing und Diskriminierung? Schinkels wehrt sich

Krach beim SKN St. Pölten! Weil der Neo-Bundesligist die Spieler Daniel Beichler und Tomasz Wisio - "aus sportlichen Gründen", wie es heißt - aus dem Profi-Kader strich, geht jetzt die Gewerkschaft auf die Barrikaden. Und zwar mit drastischer Wortwahl. Von "schikanösem, diskriminierendem Verhalten", gar von "Mobbing" der sportlichen Leitung gegenüber den aussortierten Spielern ist da die Rede. Was wiederum SKN-Sportchef Frenkie Schinkels auf die Palme bringt.

Zur Vorgeschichte: SKN-Trainer Karl Daxbacher sortierte Daniel Beichler und Tomasz Wisio mit Vorbereitungsbeginn aus. Sie spielten in seinen Überlegungen für die erste Saison im Fußball-Oberhaus keine Rolle mehr. Soweit eine legitime Vorgangsweise des Vereins. Aus der Kabine der Profi-Mannschaft wurden sie verbannt - "das hätte sonst stimmungsmäßig nicht gepasst", erklärt Sportchef Frenkie Schinkels gegenüber sportkrone.at. Trainieren durften Beichler und Wisio entweder mit den Juniors oder in Form von Extra-Einheiten mit dem Co-Trainer. Damit wähnt sich der SKN rechtlich auf der sicheren Seite.

"Wie in osteuropäischen Ländern"
Ganz im Gegensatz zur Kicker-Gewerkschaft "Vereinigung der Fußballer" (VdF). Geschäftsführer Rudolf Novotny preschte am Freitagvormittag mit einer sehr offensiven Aussendung vor. "Es ist nicht zu akzeptieren, dass gemeinsame Rahmenbedingungen beschlossen werden, die dann von einzelnen Vereinen nicht eingehalten werden. Besonders zu verurteilen ist das schikanöse Verhalten der sportlichen Leitung und diskriminierende Aussagen in der Öffentlichkeit gegenüber den Spielern. Ein solches Verhalten war bisher nur in einschlägig bekannten osteuropäischen Ländern anzutreffen und ist daher schärfstens abzulehnen", heißt es darin.

Psychischer Druck, feindselige Angriffe
Die VdF hatte den SKN aufgefordert, die Aussortierung von Beichler und Wisio innerhalb von acht Tagen rückgängig zu machen. Nachdem das nicht passiert sei, seien von der Gewerkschaft "mittlerweile rechtliche Schritte eingeleitet" worden, heißt es in dem Schrieb. Darin fallen außerdem noch die Phrasen "feindselige Angriffe", "psychischer Druck" oder "Terrorisierung". "Eine derartige Maßnahme ist eine Missachtung arbeitsrechtlicher Bestimmungen und bedeutet auch einen eklatanten Verstoß gegen die im Kollektivvertrag festgelegten Regelungen", heißt es weiter.

Klagt Schinkels?
Von all dem will SKN-Sportdirektor Schinkels nichts wissen. Am Telefon sagt er zu sportkrone.at: "Von Herrn Dr. Novotny lassen wir uns bestimmt nicht die Vereinspolitik diktieren. Die Spieler haben immer ordnungsgemäß ihre Gehälter erhalten, wir haben sie rechtlich korrekt behandelt und lediglich aus sportlichen Gründen aus dem Kader gestrichen." Angesichts der Wortwahl Novotnys erwägt Schinkels sogar rechtliche Schritte. "Das kann ich mir nicht bieten lassen. Das geht schon in Richtung Rufschädigung des Vereins." Scheint, als wäre das letzte Wort in der Causa "VdF vs. SKN" noch nicht gesprochen.

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