Sa, 25. November 2017

„Krone“-Interview

03.07.2016 18:59

Stöger über Hector: „Wusste, dass er trifft“

In Köln ist im Juli Karneval - dank Jonas Hector, dem Schützling von Peter Stöger beim "Eff-Zeh". Im Interview verrät der Trainer, wie "sein" WM-Star tickt, warum er überzeugt war, dass dessen Elfer sitzt. Das Elfer-Drama von Deutschland gegen Italien sehen Sie im Video oben.

"Krone": Sie kennen Jonas Hector seit mittlerweile drei Jahren - ihr Gefühl, als der zum Elfmeter antrat, noch dazu im Wissen, dass der 26-Jährige Deutschland ins Halbfinale bringt, wenn er verwandelt?
Peter Stöger: Ich wusste, dass er trifft. Jonas ist ein besonnener, ruhiger Typ, sehr intelligent. Ich kenne ihn und war überzeugt, dass er die Ruhe behält. Natürlich war auch ein bisschen Glück dabei, aber das gehört dazu.

"Krone": Köln hat jetzt einen WM-Star, den ganz Deutschland feiert. Schon Reaktionen aus der Karnevalsstadt vernommen?
Stöger: Da geht die Post ab, alle sind verrückt, feiern unseren Mann vom FC ...

"Krone": ... der überhaupt kein Mann der großen Worte ist.
Stöger: Er sucht nie das Rampenlicht, für seine Entwicklung ist es aber gut, auch einmal im Mittelpunkt zu stehen. Das sind Erfahrungen, die man auch machen muss.

"Krone": Beim Klub ist Hector nicht Elferschütze Nummer eins, er selbst sagte, dass er seinen letzten Penalty in der Jugend geschossen hat.
Stöger: Bei uns sind Lehmann und Modeste als Schützen vorgesehen, die beiden machen sich das immer aus. Aber ab jetzt hab ich wohl einen sicheren dritten Schützen.

"Krone": Sie haben einen Spieler zu einem WM-Star geformt - macht das stolz?
Stöger: Ich will das nicht alleine auf meine Fahnen heften. Jonas war schon vor meiner Zeit von Köln verpflichtet worden, wir haben mit ihm dann viel gearbeitet, freuen uns für und mit ihm.

"Krone": Wobei es ja gar nicht leicht ist. Bei Köln ist Hector viel für Defensivarbeit zuständig, beim Nationalteam ist er viel mehr offensiv gefordert.
Stöger: Ja, manchmal müssen wir ihn wieder ,umpolen', wenn er von der Nationalmannschaft zurückkommt. Aber für den Jonas ist das natürlich ein super Lernprozess, als Fußballspieler kannst du von solchen Spielen nur profitieren.

"Krone": Haben Sie jetzt Angst, dass ein großer Klub kommt und den deutschen Elferhelden wegkauft?
Stöger: Ich weiß, wie das Fußballgeschäft läuft, alles ist eine Sache von Angebot und Nachfrage. Passt für den Klub und den Spieler alles, ist ein Wechsel nicht zu verhindern, ich würde mich für Jonas freuen. Und mir selbst sagen: Ich durfte ihn auf seinem Weg nach oben ein Stück mitbegleiten."

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