Di, 17. Oktober 2017

Frontex-Prognose:

18.06.2016 14:17

Heuer 300.000 Migranten aus Libyen nach Europa

Die europäische Grenzschutzagentur Frontex schätzt, dass heuer rund 300.000 Bootsflüchtlinge von Libyen aus über das Mittelmeer in die EU kommen werden. "Wir gehen von 10.000 Ausreisen pro Woche aus Libyen aus", wird Frontex-Direktor Klaus Rösler in der deutschen "Bild" zitiert. Doch nicht nur im Mittelmeer spitzt sich die Lage zu: In der Nacht auf Samstag versuchten Flüchtlinge in Calais, schwimmend auf die Fähren von Frankreich nach Großbritannien zu gelangen, und legten damit den Betrieb des Hafens lahm.

Eine der Ursachen für die hohe Zahl von Ausreisen per Boot von Libyen aus ist laut Rösler die intensivere Überwachung und Seenotrettung durch die EU. Die Zahl der Flüchtlinge, die von Libyen aus versuchen, über das Mittelmeer nach Italien zu kommen, hatte zuletzt wieder deutlich zugenommen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR schätzt, dass seit Jahresbeginn schon rund 50.000 Flüchtlinge von Libyen aus über das Meer nach Italien zu gelangen versuchten. Die meisten von ihnen kommen aus afrikanischen Ländern.

Auch rund um den Ärmelkanal spielen sich derzeit wieder Flüchtlingsdramen ab: In der Nacht auf Samstag legten Flüchtlinge den Fährverkehr im Hafen von Calais für eineinhalb Stunden lahm, da sie schwimmend auf die Fähren von Frankreich nach Großbritannien zu gelangen versuchten. Die Flüchtlinge waren laut Rettungskräften der französischen Marine kurz nach 2 Uhr auf dem Weg zu den Verladestegen der Autofähren im Wasser entdeckt worden. Ein Flüchtling erreichte selbst das Ufer, ein zweiter wurde von einem Rettungsboot geborgen.

Tausende Flüchtlinge campieren seit Jahren in einem Lager bei Calais an der Küste des Ärmelkanals, um zu versuchen, auf Lastwagen oder Fähren nach Großbritannien zu kommen. In dem für miserable Zustände bekannten "Dschungel" von Calais halten sich nach Behördenangaben derzeit noch knapp 4000 Menschen auf, vor allem aus Afghanistan und dem Sudan.

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