Sa, 18. November 2017

Sogar in Tunnel

10.06.2016 19:29

Kuhherde büxte aus und lief auf Tauernautobahn!

Für ein wahres Verkehrschaos sorgte in der Nacht zum Freitag eine ausgebüxte Kuhherde. Die 30 Rinder und Kälber waren gegen 21 Uhr von einer Weide in Stegenwald entkommen. "Bei einem Gewitter ist eine Erle umgefallen. Die hat 20 Meter Zaun gekappt", schildert der Besitzer, Josef Eder junior, der Sohn von Landesjägermeister Josef Eder, der mittlerweile vom Vater die Geschäftsführung bei den Salzburger Sand- und Kieswerken übernommen hat.

Die Rinder gelangten unmittelbar nach dem Nordportal des Hieflertunnels auf die Tauernautobahn Richtung Salzburg. Ein Autolenker (31) konnte noch ausweichen und streifte eines der Tiere. Ein Pensionist (75) aus Großgmain stieß aber mit seinem Pkw frontal gegen ein Kalb. Das Tier verendete. Der Pensionist und sein Beifahrer wurden leicht verletzt.
Mittlerweile waren Polizei und Feuerwehr verständigt. Da einige Tiere in den Tunnel rannten - in beide Röhren - wurde die Tauernautobahn in beide Fahrtrichtungen gesperrt.

Viele Helfer beim Heimtreiben der Tiere
30 Männer der Feuerwehr Golling, 14 Beamte der Autobahnpolizei Anif, mehrere Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Golling sowie Anrainer und Bauern aus der Gegend versuchten in der Folge die Tiere einzufangen oder zumindest aus dem Tunnel zu treiben. Einige Kühe gelangten auf die Salzachtal Bundesstraße und liefen Richtung Golling. Der Verkehrsweg musste ebenso gesperrt werden. Wieder andere Kühe trabten in das steile und unwegsame Gelände über den beiden Nord-Tunnelportalen.

Mehrere Tiere gerieten auf eine abschüssige Böschung und konnten dort nicht mehr weiter. Ein Kalb stürzte zudem 5 Meter in einen Wasserschacht ab. "Die Kälber, die auf der steilen Böschung waren, mussten wir mit unserem Kran bergen. Das Kalb, das im Wasserschacht war, haben wir genauso herausgeholt", berichtet der erfahrene Gollinger Feuerwehrkommandant Peter Schluet. Ein Kalb legte letztendlich auch noch den Zugverkehr lahm. Das Tier sprang über eine Leitschiene auf die Gleise der ÖBB. Mit vereinten Kräften - Sepp Eder junior half natürlich auch mit - gelang es schließlich alle Tiere wieder auf die Weide zu bringen. Erst um Mitternacht konnte die Tauernautobahn wieder freigegeben werden.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden