Sa, 26. Mai 2018

Anrainer in Fügen

29.04.2016 14:26

"Wir wollen nicht noch mehr Flüchtlinge!"

Elf Anrainer leben seit Jahrzehnten in der kleinen Siedlung in der Schöffstallstraße in Fügen. Nichts Außergewöhnliches, sondern etwas ziemlich Alltägliches. Doch seit Jänner 2015 haben sie verhältnismäßig viele Flüchtlinge als Nachbarn bekommen - und zwar zwölf an der Zahl. Laut dem Land Tirol sollen es noch mehr werden. Der Dorfchef setzt sich für seine Bürger ein.

Seit Jänner 2015 leben in einem an die Tiroler Sozialen Dienste vermieteten Haus in dieser Siedlung immer wieder Flüchtlinge. Derzeit sind es zehn Erwachsene und zwei Kinder. Die Einheimischen haben sich mit der Situation arrangiert. Reichtum und Vermögen muss man in der Siedlung suchen, dennoch hießen die Bewohner die neuen Nachbarn mit Kleidung und einem Fahrrad willkommen.

Weitere 25 Flüchtlinge sollen kommen

Doch dieser Nachbarschaftsfriede könnte in Gefahr sein. Das Land Tirol möchte eine weitere Unterkunft für 25 Flüchtlinge errichten - und zwar auf einem angrenzenden 900 Quadratmeter großen Grundstück. "Als ich von den Plänen erfuhr, war ich geschockt", spricht Anrainer Franz Lang Klartext und fügt hinzu: "Fakt ist, dass wir alle hier in der Siedlung nicht noch mehr Flüchtlinge wollen."

Anrainer haben Angst

Hauptkriterium ist die Angst, die den Einheimischen zu schaffen macht. "In den vergangenen Monaten kamen zwar öfters Polizisten vorbei, doch durchgehend betreut werden die Flüchtlinge nicht", erklärt Anrainerin Karin Gruber. Sie beschäftigt jedoch noch eine ganz andere Sache: "Vor kurzem haben wir unser Eigenheim renoviert und dafür viel Geld investiert. Doch wenn noch mehr Flüchtlinge dauerhaft hier wohnen, wird das künftig nichts mehr wert sein." Auch Friedl Hollaus, Eigentümer des Gastrobetriebes in der Siedlung, hat Befürchtungen: "Bei der geplanten Erhöhung haben wir mit Einbußen zu rechnen. Sollte das umgesetzt werden, werde ich mir rechtliche Schritte vorbehalten."

Alternative wird gesucht

Der Fügener Bürgermeister Dominik Mainusch versteht die Sorgen der Anrainer. "Noch mehr Flüchtlinge in diese Siedlung zu integrieren ist nicht vertretbar. Daher suche ich nach einer Alternative", garantiert er.

"Sind unter Zugzwang"

Fest steht jedoch, dass die 25 Flüchtlinge kommen werden. "Ursprünglich sollten es 50 Schutzsuchende sein, doch wir konnten die Zahl reduzieren", betont Mainusch und ergänzt: "Wir stehen unter Zugzwang. Das Land fordert von allen Gemeinden, die 1,5-%-Quote zu erfüllen. Daran müssen auch wir uns halten."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Nach Reals CL-Triumph
Zidane jubelt: „Das ist ein historischer Moment!“
Fußball International
Frühzeitiges Final-Aus
Das Salah-Drama! Jetzt wackelt sogar die WM
Fußball International
Unglücksrabe
Karius bittet unter Tränen um Entschuldigung
Fußball International
„Sargnagel“ Karius
Liverpool-Goalie schenkt Real Madrid den CL-Titel!
Fußball International
Irres CL-Finale
Jahrhundert-Tor im Schatten zweier Mega-Patzer
Fußball International
Es ging heiß her
CL-Finale: Die Eröffnungsshow in Bildern
Fußball International

Für den Newsletter anmelden