Mi, 23. Mai 2018

Mogli im Dschungel

13.04.2016 12:00

"The Jungle Book": Klassiker reloaded in 3D

Der Dschungel ist kein geeigneter Lebensraum für einen Buben - vor allem, wenn ein Tiger ihn für sich beansprucht. Knapp 50 Jahre nach dem Zeichentrickklassiker "Das Dschungelbuch" entführt Disney abermals in den von Mogli bewohnten Urwald, der in der 3D-Realverfilmung von Jon Favreau an Bedrohlichkeit zulegt, jedoch nicht an Magie verliert. Kinostart von "The Jungle Book": 14. April.

Sowohl bei der Geschichte als auch den Figuren hat Drehbuchautor Justin Marks auf Altbekanntes gesetzt. Erzählt wird vom Findelkind Mogli, dessen behütetes Leben als Teil eines Wolfsrudels ein jähes Ende nimmt. Der gefürchtete Tiger Shir Khan nämlich sieht die Gesetze des Dschungels verletzt, weil der Menschenjunge einmal zur ausgewachsenen Bedrohung wird, die die "rote Blume" - das nur durch Menschen beherrschte Feuer - über die Tierwelt bringen kann. Um sich selbst und seine Wolfsfamilie zu schützen, macht sich Mogli mit seinem Mentor, dem weisen Panther Baghira, widerwillig auf den Weg in die Menschensiedlung, um unter seinesgleichen zu leben.

Auf dem Weg lernt Mogli andere Dschungelbewohner kennen und mitunter fürchten. Wäre "The Jungle Book" kein Familienfilm, man hätte stellenweise Angst um das Leben des Buben, so wild sind die Verfolgungsjagden und bedrohlich manch Dschungelbewohner, wohlgemerkt in 3D: Wenn Shir Khan aus einem Hinterhalt empor springt oder die Riesenpython Kaa in der Baumkrone zischend mit Hypno-Augen gefährlich nahe kommt, dürften sich die kleinsten Zuschauer ganz schön fürchten.

Mit dem düsteren, bedrohlichen Grundton nähert sich "The Jungle Book" nicht zuletzt den im Realismus verhafteten Romanvorlagen von Rudyard Kipling an, führt aber auch neue Ideen ein: So schließt die Tierwelt nach langer Dürre spontan "Wasserruhe" genannten Frieden und werden die Elefanten als erhabene Autoritäten gezeichnet, vor denen es sich zu verbeugen gilt. Respekt für einander und den Dschungel sind Grundthemen des Films, wie auch das friedliche Miteinander in Krisenzeiten und die mit dem Erwachsenwerden einhergehende Verantwortung.

Liebhaber der populären Zeichentrickvorlage aus dem Jahr 1967 kommen dennoch auf ihre Kosten. Motive wie Moglis Flussfahrt auf dem Bauch des Bären Balu werden ebenso übernommen wie die Kultsongs "Probier's mal mit Gemütlichkeit" und "Ich wär so gern wie du" von Affenkönig Louie. Während letzterer als schwerfälliger, überdimensionaler Orang-Utan Mogli in seiner Forderung nach dem Geheimnis des Feuers ziemlich einschüchtert, legt Balu der Bär sein Image als vertrauensselige Frohnatur ein wenig ab.

Von ihm wird Mogli nicht zur Gemütlichkeit, sondern zur Arbeit erzogen: Die schlauen Tricks des Menschenjungen sichern dem opportunistischen Bären nämlich jene Honigwaben, an die der Dickling selbst nicht rankommt. Gerade weil Mogli hier so schön reingelegt wird und die beiden dennoch Freundschaft schließen, sind die Szenen zwischen ihm und Balu die lustigsten des Films.

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