Fr, 24. November 2017

Flugzeug entführt

30.03.2016 11:07

Brite ließ sich mit Geiselnehmer fotografieren

Während am Dienstag Dutzende Passagiere an Bord eines entführten Airbus 320 der EgyptAir um ihr Leben bangten, ehe sie der Geiselnehmer laufen ließ, besorgte sich ein britischer Fluggast ein bizarres Souvenir: Der 26-jährige Ben Innes verwickelte den offenbar geistig verwirrten Mann in ein Gespräch und bat ihn um ein gemeinsames Foto. Dieses Bild schickte er danach seinem Wohnungskollegen.

Der Entführer, ein Ägypter, trug eine Attrappe eines Sprengstoffgürtels und handelte offenbar aus Liebeskummer. Am Dienstagmorgen hatte er auf einem Inlandsflug von Alexandria nach Kairo den Piloten gezwungen, in Larnaka auf Zypern zu landen. Dort verlangte er, seine in der Nähe des Flughafens wohnende Ex-Frau zu sehen.

Nach mehrstündigen Verhandlungen mit der Polizei gab der 58-Jährige schließlich auf und ließ alle Geiseln frei. Der Regierung Zyperns zufolge waren 72 Menschen an Bord des Flugzeuges, nach Angaben des ägyptischen Luftfahrtministeriums befanden sich 81 Menschen in dem Airbus. Jedenfalls blieben alle Personen unverletzt. Nach dem glücklichen Ende der Entführung erklärte Ägyptens Außenminister: "Der Mann ist kein Terrorist, sondern nur ein Idiot."

"Dein Junge macht sich nicht ins Hemd"
Äußerst leichtfertig handelte auch der Passagier, der sich mit dem Entführer ablichten ließ und mit dem Ergebnis auch noch prahlte. Der 26-Jährige schickte das Bild laut "Daily Mail" an seinen Wohnungskollegen und schrieb darunter: "Du weißt, dein Junge macht sich nicht ins Hemd. Schalte die Nachrichten ein!" Das Foto landete wenig später auch auf Twitter. Der Mitbewohner sagte zu der bizarren Aufnahme: "Das ist ziemlich verrückt, aber so ist Ben halt."

Brite freut sich über "besten Schnappschuss aller Zeiten"
"Ich habe das auch getan, nachdem ich einen genauen Blick auf den angeblichen Sprengstoffgürtel geworfen habe. Ich dachte mir, wenn der echt ist, habe ich sowieso nichts mehr zu verlieren", sagte Innes der "Daily Mail". Ein Crewmitglied habe für ihn übersetzt und den Entführer um das gemeinsame Foto gebeten. "Als er zustimmte, habe ich mich einfach zu ihm gestellt und in die Kamera gelächelt, während eine Stewardess den Auslöser drückte. Danach habe ich mich wieder auf meinen Platz gesetzt. Das ist einer der besten Schnappschüsse aller Zeiten."

Wenig später wurde Innes so wie die anderen Geiseln freigelassen. Sie alle verließen das Flugzeug, bevor sich der Geiselnehmer ergab. Unter den Passagieren befanden sich nach Angaben des ägyptischen Luftfahrtministeriums auch acht US-Bürger, vier Briten, vier Niederländer, zwei Belgier, ein Italiener, ein Syrer und ein Franzose.

Täter war der Polizei bereits bekannt
Bei dem Täter handelt es sich um einen 59-Jährigen, der nach Angaben des Innenministeriums in Kairo aus dem Jusstudium geflogen und der Polizei wegen einer langen Liste von Straftaten bekannt war. Er habe unter anderem Raubüberfälle begangen. Staatliche ägyptische Medien veröffentlichten Fotos, auf denen der Mann zu sehen ist, wie er einen weißen Gürtel mit dicken Taschen trägt, aus dem Drähte herausragen. Er befindet sich derzeit in U-Haft und muss mit Anklagen wegen Entführung und wegen Verstößen gegen Anti-Terror-Gesetze rechnen.

Die Sicherheit an ägyptischen Flughäfen wird seit Monaten kritisiert. Ende Oktober war in einem vom Badeort Sharm el Sheik gestarteten russischen Urlaubsflieger eine Bombe detoniert. Alle 224 Insassen starben. Die IS-Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu der Tat bekannt.

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