Do, 23. November 2017

Würdevoller Abschied

11.01.2016 11:22

Daniela Edlmayr begleitet, wenn Haustiere sterben

Tierfreunde sind bei Daniela Edlmayr gut aufgehoben, wenn ihr treuer Begleiter plötzlich nicht mehr da ist: Sie organisiert einen würdevollen Abschied.

"Wer das nicht selbst durchgemacht hat, dem fehlt die Vorstellung", sagt Daniela Edlmayr nachdenklich. Und sie weiß, wovon sie spricht, trauerte um ihren 17-jährigen Rauhaardackel. "Da geht jeder durch die Hölle", kennt sie Schockmomente und betont, wie oft Tier- mit Menschenleben eng verbunden ist. Ein Belächeln von Seiten der Nicht-Tierbesitzer sei da fehl am Platz. "Ältere Herrschaften finden durch ihre Begleiter oft noch Halt." Aber es sind auch junge Tierbesitzer, die gerade in einer immer schneller werdenden Internet-Welt die tierische Nähe brauchen.

"Es geht um ein würdevolles Abschiednehmen"
Seit 2007 begleitet Daniela Edlmayr Tierbesitzer in der letzten, schwierigen Phase: "Es geht um ein würdevolles Abschiednehmen", erzählt sie über das Angebot, das rund 70 bis 90 Mal im Monat angenommen wird. Die lieb gewonnenen Haustiere werden von der "Tiertrauer" in Oberalm nach München gebracht und dort eingeäschert. Edlmayr bietet den stilvollen Rahmen für Trauernde: Ein kleiner Abschiedsraum, keine übermäßige Zeremonie, aber ein Ort, der Halt gibt.

Jede Art von Haustier kann verabschiedet werden
Hunde, Katzen, Schildkröten, Nager, Vögel, auch Reptilien: Alle Haustiere wurden hier schon verabschiedet. "Wir arbeiten mit den Tierärzten zusammen", erzählt sie, froh, dass es beim Tier möglich ist, großes Leiden mit dem Einschläfern zu beenden. Kunstvolle Urnen oder Gefäße zum selbst Beschreiben hat sie im Angebot. Sogar Edelsteine können angefertigt werden. Und Kinder legen meist berührende Botschaften auf kleinen Zettelchen dazu.

Team fungiert auch als Seelensorger
Oft brauchen die Kunden dann einfach nur jemanden, der sich Zeit nimmt und zuhört: "Einige rufen mehrmals an. Wir wimmeln niemanden ab", will sie die Tierbesitzer dann ein Stück weit begleiten. "Wir sind auch Seelsorger", weiß Daniela Edlmayr, wie wichtig die Aufarbeitung ist. Fünf Teilzeitkräfte - auch alles Tierbesitzer - unterstützen sie.

Ungewissheit fällt am schwersten
Interessante Parallele zum menschlichen Verlust: Auch beim Tier fällt die Ungewissheit am allerschwersten. "Wenn eine Katze vermisst ist, bleibt lange die Hoffnung." Sie selbst holt sich gern mit den Hunden "Oskar" und "Finch" die positive Energie - beim Agility-Training oder bei einer Skitour in der Gaißau. Weil die meiste Kraft in der Natur liegt.

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