Mo, 22. Jänner 2018

Preise im Keller

30.12.2015 19:29

Ein Hilferuf der steirischen Schweinebauern

"Uns geht die Luft aus, die Reserven sind aufgebraucht!" Nach einem sehr schwierigen Jahr mit dramatisch fallenden Erzeugerpreisen sehen sich viele der 6300 steirischen Schweinebauern mit Existenzängsten konfrontiert. Notwendige Investitionen werden auf die lange Bank geschoben, zahlreiche Höfe sperren zu. 2016 muss sich die Situation unbedingt verbessern, sind sich die Betroffenen einig.

Manuel Hagendorfer bekommt die schwierige Lage der Schweinebauern derzeit in allen Facetten mit. Zum einen muss der 24-Jährige 20 Stunden in der Woche in der Landmaschinen-Branche arbeiten, da der Familienbetrieb mit gut 300 Mastschweinen in St. Anna/Aigen zu wenig Ertrag abwirft. Zum anderen merkt er im Zweitberuf, wie zurückhaltend die Bauern derzeit bei Investitionen sind. "2016 muss sich etwas ändern!"

Das meint auch Karin Prödl aus Kirchbach; auf ihrem Hof gibt es 200 Muttersauen und 600 Mastschweine. "Wir haben viel investiert, dachten, drei volle Arbeitskräfte könnten davon leben. Aktuell bin ich die einzige. Unser Sohn arbeitet im Holzbereich, mein Mann ist Vizebürgermeister. Es ist sehr deprimierend, wenn du hart arbeitest und dann das Produkt einfach nichts wert ist."

Kosten derzeit nicht gedeckt
Aktuell bekommen die Bauern nur 1,13 Euro pro Kilo - damit ist man weit davon entfernt, dass die Kosten gedeckt sind (wäre bei 1,50 Euro der Fall). "Besonders hart trifft es kleine und mittlere Betriebe", sagt Kurt Tauschmann, Obmann der Gemeinschaft "Styriabrid".

Liegt die Lösung in den umstrittenen Großställen? Nein, meint Kammerpräsident Franz Titschenbacher: "Das Rezept ist Qualität." Sprich: Noch mehr Regionalität. "Beim Wein sind wir Steirer längst Patrioten, nun müssen wir es auch beim Schnitzel werden", fordert Johann Kaufmann junior vom Fleischhof Raabtal. Titschenbacher erneuert seine Forderung, dass die Herkunft von Fleisch in der Gastronomie verpflichtend gekennzeichnet wird.

Kleine Lichtblicke für 2016
Immerhin gibt es für 2016 kleine Lichtblicke: Ein neues Gesetz lässt öffentlichen Kantinen nicht automatisch zum billigsten Fleisch greifen. Und in den umsatzschwachen Monaten Jänner bis März wird EU-weit Schweinefleisch eingelagert, um den Markt zu entlasten.

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