Mo, 20. November 2017

Formel 1

04.12.2015 13:04

Red Bull 2016 mit TAG-Heuer-Motor von Renault

Der österreichisch-englische Formel-1-Rennstall Red Bull hat am Freitag seinen neuen Motorenpartner bekannt gegeben. Das ehemalige Weltmeister-Team wird in der kommenden Saison mit einem Antrieb an den Start gehen, der den Namen "TAG Heuer power unit" trägt. Das Aggregat wird weiter von Renault geliefert, aber von Ilmor weiterentwickelt. Der Uhrenhersteller hat sich die Namensrechte gesichert.

Der Bolide für 2016 wird den Namen Red Bull Racing-TAG Heuer RB12 tragen. Laut Aussendung von Red Bull wird es mit dem Schweizer Uhrenhersteller, der bis zuletzt gleich 30 Jahre lang Sponsor von McLaren war, eine mehrjährige Partnerschaft geben. Die Triebwerke werden trotz der Querelen in diesem Jahr, als sich Red Bull aus Ärger über den schwächelnden Antrieb mit dem französischen Motorenhersteller überworfen hatte, vorerst weiter von Renault geliefert.

Im folgenden Video sehen Sie, wie es aussieht, wenn Red-Bull-Fahrer Daniil Kwjat die Fahrschule besucht:

Dem Rennstall von Milliardär Dietrich Mateschitz, - von 2010 bis 2013 viermal sowohl Konstrukteurs- als auch Fahrer-Weltmeister (mit Sebastian Vettel/GER) -, waren in den vergangenen Monaten die Alternativen weggefallen. Der Renault-Motor wird nun vom Schweizer Mario Illien, dem Mitbegründer der Motorenschmiede Ilmor, mit Upgrades versehen. Illien hatte sich in der Formel 1 als Lieferant der Weltmeister-Triebwerke für McLaren-Mercedes-Pilot Mika Häkkinen einen Namen gemacht.

Christian Horner spricht von "Ironie"
"Es ist eine Ironie, dass wir diesen Weg der Entwicklung schon vor zwölf Monaten gehen wollten", hatte Red-Bull-Teamchef Christian Horner schon Ende November gemeint. Illien hatte einen neuen Zylinderkopf für Renault entworfen, der aber nie zum Renneinsatz kam, weil die Entwicklung die Franzosen nicht überzeugen konnte. Noch nicht endgültig bestätigt ist die Motorenzukunft von Toro Rosso - das Red-Bull-Zweitteam soll ja 2016 mit Ferrari-Motoren des heurigen Jahres starten.

Weitere Details im Jänner
"Renault hatte zwei Optionen: Zu 100 Prozent zurückzukommen oder zu gehen. Nach einer detaillierten Studie habe ich entschieden, dass Renault in der Formel 1 bleibt und 2016 an den Start geht. Die letzten von den Formel-1-Verantwortlichen gelieferten Details haben uns die Zuversicht gegeben, diese neue Herausforderung anzunehmen", erklärte Renault-Vorstandschef Carlos Ghosn. Das Engagement soll bis 2025 dauern, im Jänner will Renault weitere Details bekannt geben.

Lotus und Renault - diese Beziehung ist nicht neu. Schon von 2002 bis 2009 war das Team aus dem englischen Enstone als Renault-Werksteam in der Formel 1 angetreten. Insgesamt nahmen die Franzosen an 300 Grand Prix als Konstrukteur teil und feierten 35 Siege. 2005 und 2006 holte der Spanier Fernando Alonso den WM-Titel im Renault.

Von solchen Triumphen wird die Fahrerpaarung Pastor Maldonado und Jolyon Palmer 2016 meilenweit entfernt sein. Diese Saison schloss das aktuelle Lotus-Team in der Konstrukteurs-WM immerhin auf Platz sechs ab. Überschattet wurde dieses Jahr von heftigen ökonomischen Sorgen.

So blieb Lotus-Mitarbeitern im Fahrerlager nicht nur an einem Grand-Prix-Wochenende der Zugang zum teameigenen Zelt zunächst verwehrt. Der Grund waren nicht beglichene Rechnungen. Palmer war wohl nicht zuletzt deshalb erfreut und twitterte ein "Bienvenue Renault": "Die Arbeit startet jetzt, um wieder an glorreiche Zeiten anzuschließen."

Horner lobt weiteres Renault-Engagement
Auch RB-Teamchef Horner lobte das weitere Engagement von Renault in der Formel 1. "Wir sind erfreut, dass Renault seine Langzeit-Verpflichtung in der Formel 1 bestätigt", sagte Horner. "Wir möchten uns für ihren Beitrag zu unserem Team seit 2007 bedanken. Ihre technische Partnerschaft mit Ilmor gibt uns Selbstvertrauen und wir freuen uns auf die Saison 2016", ergänzte der 42-jährige Brite.

Horner hatte in der Vergangenheit von einem "Übergangsjahr" 2016 gesprochen, denn er hofft für 2017 auf einen günstigeren Alternativmotor. Auch wenn der Automobilverband (FIA) dies Ende November abgelehnt hatte. Allerdings verlangt die FIA bis zum 15. Jänner 2016 einen konkreten Vorschlag der Hersteller, wie man die Motoren an die Vorgaben anpassen könnte. Unter anderem sollen die Triebwerke deutlich günstiger und wieder laut werden. Das letzte Wort zu diesem Thema ist noch nicht gesprochen.

Vereinbarung auf ein Jahr
Die Zusammenarbeit ist vorerst auf ein Jahr angelegt. "Wir hoffen weiter auf einen Alternativmotor ab 2017 - oder Renault entwickelt sich 2016 so gut, dass man eine Verlängerung anstreben kann", sagte Red-Bull-Motosportberater Helmut Marko dem Motorsportportal "speedweek.com". Marko bestätigte zudem, dass das Schwesterteam Toro Rosso in der nächsten Saison mit einem Ferrari-Motor startet.

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