Mi, 13. Dezember 2017

Ein Projekt:

01.09.2015 15:49

Arbeit gegen Sucht

Alkohol ist eine Droge, zu viel Alkohol ist eine Sucht - und Süchte, das wissen die Teilnehmer von "Projekt Offline", können Leben zerstören. Um dem entgegenzuwirken, unterstützt das steirische Arbeitsprojekt für Suchtkranke Betroffene dabei, sich selbst zu helfen - ein nachhaltiger Hoffnungsschimmer.

Vom Aufpeppen eines Vintage-Kleidungsstücks über das Aufhübschen alter Möbel und Nähen praktischer Accessoires bis hin zu Gartenarbeit und Zustelldiensten - die Teilnehmer von "Projekt Offline" können vieles. Dahinter steckt der Wunsch, angenommen zu werden, etwas zu leisten, worauf man stolz sein kann. Ein Wunsch, der für den 53-jährigen Gerhard in den Räumen der Grazer Offline-Werkstatt in Erfüllung gegangen ist: "Es ist mir eine Herzensangelegenheit, das zu sagen: Die Santner Privastiftung und die Caritas der Diözese Graz Seckau haben eine Begleitung geschaffen, in der alles auf Augenhöhe geschieht."

Auf Arbeit folgt der Effekt
Etwas über sechs Euro erhalten die Teilnehmer des Projekts für eine Stunde Arbeit. Die Wertschätzung, die sie dadurch erfahren, ist mit Geld jedoch nicht aufzuwiegen: "Gleich nach der Arbeit sehen die Teilnehmer bereits einen Effekt: Sie haben eigenständig etwas Tolles geschaffen - wir liefern nur die nötigen Rahmenbedingungen", zeigt sich "Projekt Offline"-Chef Bernhard Sundner bescheiden. Für Menschen wie Gerhard macht das Projekt jedoch einen großen Unterschied, schafft "eine Idee von Lebensqualität", wie der Obersteirer voller Dankbarkeit erzählt.

Auch seine Geschichte schildert der ehemalige Marketing-Spezialist ehrlich, ohne Vorbehalte - und in einem Gleichnis: "Alkohol war ein Schlüssel für mich. In meiner Jugend kam ich damit zu Mädchen; in meinem Berufsleben zu Erfolg." Aber er öffnete eine Tür zu viel: "Mitte dreißig sperrte ich mich ein -allein in einem dunklen Zimmer." Heute weiß er: "Isolation ist die Schwester der Sucht." Aber auch, dass Menschen wie die Mitarbeiter von "Projekt Offline" da sind. Da, um Türen wieder aufzusperren - mit einem Schlüssel, der keine Promille kennt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden