Mi, 13. Dezember 2017

Auftakt in Wien

14.04.2015 12:26

Causa Aliyev: Mordprozess ohne Hauptangeklagten

Ohne den Hauptangeklagten hat am Dienstag in Wien der Prozess um die Entführung und Ermordung zweier kasachischer Banker begonnen, die laut Anklage am 9. Februar 2007 in ihrer Heimat getötet wurden. Dafür verantwortlich soll der kasachische Ex-Botschafter in Wien, Rakhat Alivey, gewesen sein, der nach seinem Tod in einer Zelle allerdings nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden kann.

Aliyev war am 24. Februar erhängt in seiner Zelle gefunden worden. Die Behörden gehen von Selbstmord aus, offiziell bestätigt ist diese Todesursache allerdings noch nicht. Damit verbleiben auf der Anklagebank der frühere Chef des kasachischen Geheimdienstes KNB, Alnur Mussayev (61), und Vadim Koshlyak (42), der einst bei der kasachischen Präsidentenwache beschäftigt und zuletzt eine Art "persönlicher Assistent" Aliyevs war.

Sie stehen im Verdacht, im Zusammenwirken mit Aliyev Zholdas Timraliyev und Aybar Khasenov - zwei Manager der Nurbank - entführt, misshandelt und zum Rücktritt als Vorstandsvorsitzende der Bank gezwungen zu haben. Ehe man ihnen Plastiksäcke über den Kopf zog und sie erdrosselte, soll man die beiden zur Übertragung von Aktienpaketen und Eigentumsanteilen an einem Bürogebäude genötigt haben.

Zeugen aus Kasachstan dürfen nicht nach Österreich
Für den Schwurprozess sind mindestens 26 Verhandlungstage veranschlagt. Mehr als 60 Zeugen sind geladen, die großteils aus Kasachstan anreisen werden. Einige von ihnen sitzen jedoch in Kasachstan in Haft - weil die kasachischen Behörden befürchten, sie könnten in Österreich um Asyl ansuchen, erhalten sie keine Reisegenehmigung. Mit ihnen soll daher eine Befragung per Videokonferenz durchgeführt werden.

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