So, 22. Oktober 2017

Küng holt Gold

07.02.2015 20:18

Abfahrtspleite für ÖSV-Asse! Mayer nur auf Rang 12

Jetzt ist es tatsächlich passiert - die bisher für Österreich so kräftig sprudelnde "Medaillen-Quelle" bei den Ski-Weltmeisterschaften in Vail/Beaver Creek ist versiegt! Nach zweimal Gold und einmal Silber in den ersten drei Bewerben gab es für die rot-weiß-roten Ski-Asse in der Herren-Abfahrt am Samstagabend erstmals nichts zu holen. Gold ging an den Wengen-Abfahrtssieger von 2014, den Schweizer Patrick Küng, Silber holte sich der US-Amerikaner Travis Ganong (+0,24 Sekunden) und Bronze schnappte sich noch Küngs Landsmann Beat Feuz (+0,31). Die "Pleiten, Pech und Pannen"-Show der Österreicher sehen Sie oben im Video!

Beinahe unglaublich, aber doch wahr: Zum bereits fünften Mal in Folge ging die Ski-Nation Nummer 1 bei einer WM-Herren-Abfahrt leer aus. Doch nicht nur das: Noch nie zuvor in der langen Geschichte von Ski-Weltmeisterschaften fuhren die rot-weiß-roten Abfahrts-Herren ein so schlechtes Ergebnis ein – bisher stand Leonhard Stocks achter Platz bei der WM 1987 in Crans Montana als der Abfahrts-Schandfleck schlechthin in den ÖSV-Geschichtsbüchern.

Lange Gesichter bei den Österreichern
Diesen Negativ-Rekord "übertraf" der im Super-G am vergangenen Dienstag noch ganz knapp an Bronze vorbeigeschrammte Matthias Mayer als bester Österreicher des Tages allerdings – Platz 12 (+0,92), unmittelbar vor dem zweitbesten Österreicher Hannes Reichelt (+0,94) sorgte bei sämtlichen Österreichern für ziemlich lange Gesichter.

Reichelt war vor allen anderen Dingen aber auch ratlos: "Ich hab' mir gedacht: 'Die Sprünge sind weit gegangen, es dürfte daher nicht so schlecht sein.' Aber so ist es manchmal: Ganz sauber runterkommen ist auch nicht immer schnell. Heute habe ich einfach kontinuierlich von oben bis unten verloren." Und Mayer ergänzte: "Es ist heute nicht so gelaufen. Oben hatte ich genau in der Senke einen Innenskifehler und unten war ich auch noch einmal zu spitz. Da runter darf man sich nichts leisten."

Patrick Küng: "Meine Skier waren unglaublich schnell"
Abseits der österreichischen Befindlichkeiten gab es freilich auch positiv gestimmte Menschen im Zielraum, wie etwa den neuen Abfahrts-Weltmeister Patrick Küng. Der strahlte übers ganze Gesicht und meinte zu träumen. "Meine Skier waren unglaublich schnell, fast zu schnell für mich. Es war ein Traum", so der Schweizer. "Die Abfahrt ist die Königsdisziplin. Wenn man in der Schweiz Ski fährt, dann hat man einen großen Druck - das ist wie in Österreich. In den letzten Jahren hatten wir es schwer" – dieser Käse wäre allerdings hiermit gegessen.

Erstmals seit 1997, als Bruno Kernen Österreichs Ski-Erzfeind Schweiz eine Abfahrts-Goldene beschert hatte, lachte in Vail/Beaver Creek wieder ein Eidgenosse vom obersten Podestplatz. Allerdings war er damit noch nicht der einzige, denn mit Beat Feuz krallte sich ein Landsmann mit Bronze gleich eine weitere Medaille. "Unglaublich! Das Karriereende war schon näher, als dass ich hier auf dem Podest stehe. Aber als ich im Dezember hier am Podest stand, habe ich mir gedacht: 'Es ist wieder etwas möglich.'"

Max und Streitberger – Pech mit Bedingungen
Pech hatten die ersten beiden mit den Startnummern 12 und 13 in die WM-Abfahrt gestarteten Österreicher: Sowohl Max Franz als auch Georg Streitberger erwischten eine Phase, in der vor allem im oberen Flachstück Wind aufkam und die Sicht durch aufziehende Bewölkung nicht mehr so ideal war, wie noch zu Rennbeginn. Gerade auf einer derart schwierigen Strecke wie der "Birds Of Prey" erwies sich diese Kombination als recht kontraproduktiv für eine auch nur annähernd medaillentaugliche Zeit.

Franz: "Irgendwann werde ich auch mal Glück haben"
Im Ziel bestätigte Franz, dass es ihm das Wetter nicht sonderlich leicht gemacht hatte: "Oben ist es brutal windig, aber keine Ahnung, was das ausmacht. Im Steilhang ist es schon finster geworden. Unten habe ich mich wieder reingeklemmt. Schade! Aber irgendwann werde ich vielleicht auch mal Glück haben."

Das Ergebnis:

Rang Name Nation Zeit Diff.
1 KÜNG Patrick SUI 1:43.18
2 GANONG Travis USA 1:43.42 +0.24
3 FEUZ Beat SUI 1:43.49 +0.31
4 NYMAN Steven USA 1:43.52 +0.34
5 FAYED Guillermo FRA 1:43.57 +0.39
6 SVINDAL Aksel Lund NOR 1:43.63 +0.45
7 BANK Ondrej CZE 1:43.74 +0.56
8 THEAUX Adrien FRA 1:43.81 +0.63
9 WEIBRECHT Andrew USA 1:43.85 +0.67
9 JANKA Carlo SUI 1:43.85 +0.67
11 DEFAGO Didier SUI 1:43.89 +0.71
12 MAYER Matthias AUT 1:44.10 +0.92
13 REICHELT Hannes AUT 1:44.12 +0.94
14width:68px">FRA 1:44.14 +0.96
15 JANSRUD Kjetil NOR 1:44.17 +0.99
16 CLAREY Johan FRA 1:44.26 +1.08
17 SANDER Andreas GER 1:44.31 +1.13
18 THOMSEN Benjamin CAN 1:44.36 +1.18
19 FRANZ Max AUT 1:44.49 +1.31
20 GOLDBERG Jared USA 1:44.60 +1.42
21 OSBORNE-PARADIS M. CAN 1:44.84 +1.66
22 FERSTL Josef GER 1:44.86 +1.68
23 PARIS Dominik ITA 1:45.12 +1.94
24 INNERHOFER C. ITA 1:45.30 +2.12
25 CATER Martin SLO 1:45.32 +2.14
26 KILDE Aleks Aamodt NOR 1:45.39 +2.21
27 BRANDNER Klaus GER 1:45.62 +2.44
28 MARSAGLIA Matteo ITA 1:45.66 +2.48
29 STREITBERGER G. AUT 1:45.68 +2.50
30 ZRNCIC-DIM Natko CRO 1:45.70 +2.52
31 ROMAR Andreas FIN 1:45.82 +2.64
32 HEEL Werner ITA 1:45.88 +2.70
33 KLINE Bostjan SLO 1:45.91 +2.73
34 GLEBOV Alexander RUS 1:46.16 +2.98
35 ULLRICH Max CRO 1:46.23 +3.05
36 PRIDY Morgan CAN 1:46.32 +3.14
37 VON APPEN Henrik CHI 1:46.78 +3.60
38 FAARUP Christoffer DAN 1:47.37 +4.19
39 ALESSANDRIA Arnaud MON 1:47.75 +4.57
40 FEASEY Willis NZL 1:48.31 +5.13
41 ZAMPA Andreas SVK 1:48.57 +5.39
42 ZAKURDAEV Igor KAZ 1:49.22 +6.04
43 SIMARI BIRKNER C.-J. ARG 1:51.96 +8.78
44 ACHIRILOAIE I.-V. ROU 1:52.92 +9.74
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