Di, 21. November 2017

US-Ski-Star

26.10.2014 11:51

„Wunderkind“ Shiffrin will alle Rekorde brechen

Exakt 100 Tage vor ihrer Heim-Weltmeisterschaft hat Mikaela Shiffrin den nächsten Schritt gemacht. Mit ihrem ersten Sieg in einem Riesentorlauf unterstrich die 19-jährige Amerikanerin in Sölden ihre Ambitionen im Kampf um den Weltcup-Gesamtsieg. Denn im Slalom ist die Weltmeisterin, Olympiasiegerin und zweifache Gewinnerin der Disziplinen-Wertung trotz ihrer Jugend längst eine Seriensiegerin.

Shiffrins neun Weltcuperfolge vor Sölden fanden alle im Slalom statt. Im WM-Winter will es der Teenager aus Eagle-Vail zudem erstmals auch im Super-G wissen. Und Shiffrin zeichnet trotz ihrer Jugend jenes - typisch amerikanische - Selbstbewusstsein aus, dass die Umsetzung ihrer hohen Ziele realistisch erscheinen lassen. Vor der Saison hatte sie klipp und klar dargelegt, dass sie Siege in allen Disziplinen anstrebt und sämtliche Rekorde in ihrem Sport brechen will.

Der Tochter einer Krankenschwester und eines Arztes ist dies durchaus zuzutrauen. Mit 17 gewann sie vor zwei Jahren ihr erstes Weltcuprennen in einem Alter, in dem sie noch keinen Führerschein hatte. Bei ihrem WM-Titel 2013 in Schladming war sie noch immer an der High School. In den USA öffentlich Alkohol zu sich nehmen, darf sie auch heute noch nicht.

"Sieg war besonders wichtig"
"In Sölden war es erstmals so, dass ich mir zwischen den Durchgängen sicher war, dass ich es schaffen kann. Deshalb ist dieser Sieg besonders wichtig, weil ich weiß, dass ich richtig gelegen bin", sagte Shiffrin nach ihrem Premieren-Erfolg auf dem Gletscher. Weil nun bis zum Speed-Auftakt in Lake Louise ein weiterer "Riesen" sowie zwei Slaloms auf dem Programm stehen, wird die junge Amerikanerin im Dezember wohl an der Weltcup-Spitze stehen.

Der Riesenslalom am Rettenbachferner war auch für die vom Österreicher Kilian Albrecht gemanagte Amerikanerin ein Heimrennen, trainiert doch das vom Tiroler Patrick Riml geführte US-Team seit Jahren in Sölden. Nicht zuletzt deshalb war die Slalom-Spezialistin ausgerechnet im flachen Schlussteil zwei Mal die Schnellste. Shiffrin: "Mir war klar, dass das die entscheidenden Passage ist."

Technik-Coach ist Österreicher
"Mikaela hat im Riesentorlauf feine Fortschritte gemacht, in Sölden aber sicher auch den Vorteil der Nummer eins", erklärte ihr Technik-Coach Roland Pfeifer, wie Riml ein Österreicher. Laut dem Vorarlberger hat Shiffrin vor der WM-Saison auch körperlich stark zugelegt. "Wir haben im Sommer Schwerpunkte gesetzt, damit sie auch physisch stärker wird. Aber das Entscheidende bei ihr ist immer noch die gute Technik." Und die passt, das ist auch ÖSV-Damenchef Jürgen Kriechbaum klar. "Es war nur eine Frage der Zeit, bis Mika auch im Riesentorlauf gewinnt."

Albrecht weiß, welchen Juwel er zu betreuen hat. "Es war schon vergangenes Jahr Mikaelas großes Ziel, einen Riesen zu gewinnen. Jetzt hat sie es geschafft und trotzdem hat man auch gesehen, dass noch Luft nach oben ist", sagte der Ex-Rennläufer aus Vorarlberg. Dass Shiffrin bei der WM in Beaver Creek auch im Super-G und der Super-Kombi starten will, ist längst klar. Albrecht: "Sie fühlt sich auch im Super-G wohl, dort muss sie jetzt aber in erster Linie Punkte sammeln."

Shiffrin kann Vonn angreifen
Shiffrin ist in den vergangenen zwei Jahren auch in jene Lücke gestoßen, die durch die Verletzungen ihrer Landsfrau Lindsey Vonn entstanden ist. Noch trennen den 19-jährigen Teenager und die bei 59 Siegen haltende, 30 Jahre alte Vonn punkto Weltcup-Siege Welten. Doch wenn Vonn nach ihrem Comeback tatsächlich den Allzeit-Rekord der Annemarie Moser- Pröll von 62 Siegen auslöschen sollte, wird es wohl am ehesten Shiffrin sein, die diese Marke in neue Höhen schrauben will und kann.

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