Sa, 24. Februar 2018

Brisantes Buch

04.09.2014 14:48

Hollandes Ex Trierweiler rechnet mit Präsident ab

Frankreichs Ex-Premiere-Dame Valerie Trierweiler hat in einem am Donnerstag erschienenen Buch tiefe Einblicke in ihr Leben mit Staatschef Francois Hollande gegeben. Das Magazin "Paris Match" veröffentlichte am Mittwoch - rund ein halbes Jahr nach der Trennung des Paares - im Voraus Auszüge aus dem Buch "Merci pour ce moment" (Danke für diese Zeit). Bereits diese zeigen, dass Hollande in dem Buch gar nicht gut wegkommt. Premier Manuel Valls kritisierte die "übertriebenen Attacken".

Im Buch schildert die heute 49-jährige Journalistin unter anderem, wie sie im Jänner aus der Presse von Hollandes heimlicher Liebesaffäre mit der Schauspielerin Julie Gayet erfuhr. "Die Nachricht Julie Gayet ist Aufmacher der Morgensendungen", zitiert "Paris Match" aus dem Buch. "Ich breche zusammen, ich kann das nicht hören, ich renne ins Badezimmer. Ich nehme den kleinen Plastikbeutel mit den Schlaftabletten."

"Ich will fliehen. Ich verliere das Bewusstsein"
"Francois ist mir hinterhergelaufen", geht die Schilderung weiter. "Er versucht, mir den Beutel zu entreißen. Ich renne ins Schlafzimmer. Er greift nach dem Beutel, der zerreißt. (...) Ich schlucke, was ich kann. Ich will schlafen, ich will die kommenden Stunden nicht erleben. Ich spüre den Sturm, der mich treffen wird, und ich habe keine Kraft zu widerstehen. Ich will fliehen. Ich verliere das Bewusstsein."

Das Klatschmagazin "Closer" hatte im Jänner die Liebesaffäre zwischen Hollande und der heute 42-jährigen Gayet enthüllt. Trierweiler musste daraufhin ins Krankenhaus. Rund zwei Wochen später trennte sich der Präsident offiziell von Trierweiler, mit der er über Jahre zusammen, aber nie verheiratet war.

Große Liebe zu Beginn, danach zunehmende Entfremdung
In ihrem Buch beschreibt Trierweiler, wie sie und Hollande sich verlieben, während dieser noch mit der sozialistischen Politikerin Segolene Royal liiert ist, der Mutter seiner vier Kinder. Dann schildert die als selbstbewusst bekannte Journalistin die zunehmende Entfremdung während des Präsidentschaftswahlkampfs des Sozialisten sowie später im Elysee-Palast. Vor einem Staatsbankett soll Hollande sie gefragt haben: "Brauchst du viel Zeit, um so schön zu sein?" Trierweilers Antwort: "Ja, ein bisschen." Hollande: "Andererseits: Von dir wird ja auch nichts anderes verlangt."

Dutzende SMS: Hollande wollte Trierweiler zurückerobern
Nach der Trennung habe Hollande versucht, sie wiederzugewinnen und ihr zahlreiche SMS geschickt. "Seine Nachrichten sprechen von Liebe", zitiert "Paris Match". "Er schreibt, dass ich sein ganzes Leben bin, dass er nichts ist ohne mich." Demnach schrieb Hollande ihr an manchen Tagen über zwei Dutzend SMS und tippte seine Kurznachrichten sogar zwischen zwei Treffen mit US-Präsident Barack Obama und Russlands Staatschef Wladimir Putin.

Doch nicht nur als Privatmensch und Liebhaber kommt der französische Staatschef schlecht weg. Trierweilers Werk hat auch politische Brisanz. Zwar stellt sich der sozialistische Präsident als Politiker dar, der die Reichen nicht mag, doch im Privaten soll er sich immer wieder abfällig über Arme, die er offenbar "Zahnlose" nennt, geäußert haben.

Präsident "bestürzt" über Veröffentlichung
Trierweiler, die für "Paris Match" arbeitet, schrieb das 320 Seiten lange Buch dem Magazin zufolge unter "größter Geheimhaltung". Medienberichten zufolge wurde die Startauflage von 200.000 Exemplaren in Deutschland gedruckt, damit keine Inhalte im Voraus bekannt wurden. Das Buch kam am Donnerstag in den Handel. Aus dem Elysee-Palast hatte es geheißen, die Veröffentlichung sei dort im Voraus nicht bekannt gewesen. Laut der Boulevardzeitung "Le Parisien" war Hollande "bestürzt", als er vor wenigen Tagen von dem Buch erfuhr.

Premier Valls: "Übertriebene Attacken"
Premier Valls prangerte am Donnerstag die "Attacken" gegen den Staatschef an und forderte Respekt vor dem Privatleben und "Würde" in der öffentlichen Auseinandersetzung. "Durch übertriebene Attacken, durch die Vermischung des öffentlichen Lebens und des Privatlebens, wird die Debatte nach unten gezogen", sagte Valls.

Neben Valls reagierten am Donnerstag weitere Regierungsmitglieder genervt auf das Erscheinen des Buches. "Es ist mir total egal, was Frau Trierweiler denkt", sagte der Staatssekretär für Staatsreformen, Thierry Mandon. "Sie schadet dem öffentlichen Leben mit diesem Buch, sie schadet dem Beruf des Journalisten."

Umweltministerin Segolene Royal, die früher jahrzehntelang mit Hollande liiert war, verweigerte zunächst jeden Kommentar zu dem Buch, bezeichnete den Vorwurf, Hollande habe Arme "Zahnlose" genannt, jedoch als "Unsinn".

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