Di, 12. Dezember 2017

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09.07.2014 17:00

Betrug im großen Stil: Das Netzwerk der Baumafia

Gründung einer kriminellen Vereinigung, Unterschlagung von Sozialabgaben, schwerer Betrug, Urkundenfälschung, Drogenhandel, betrügerische Krida: Die Liste an Anklagepunkten gegen die Baumafia scheint schier endlos. Die "Krone" begab sich auf Spurensuche im dichten Spinnennetz des 140-Millionen-Krimis.

Wenn die Finanzpolizei einmal zur Pressekonferenz lädt, dann ist wirklich Feuer am Dach. So geschehen Mittwoch früh im Finanzministerium in der Wiener City: Es geht um Sozialbetrug in bisher ungeahntem Ausmaß, der Steuerzahler wurde in wenigen Jahren um mindestens 140 Millionen Euro geprellt. "Und das ist noch eine sehr konservative Schätzung", fügt Hans-Georg Kramer, Sektionschef im Finanzministerium, hinzu. Es dürfte also um weit mehr gehen.

Geschädigte sind unter anderem die Gebietskrankenkasse, der Fiskus, das Arbeitsmarktservice und die Pensionsversicherung. Ab dem Jahr 2008 zog - wie berichtet - ein Wiener Buchhalter (59) gemeinsam mit einem Geschäftsmann (55) ein Geflecht an Postkasten-Firmen auf, das für hiesige Verhältnisse seinesgleichen sucht.

Die beiden Haupttäter sowie zwei enge Vertraute wurden bereits zu Haftstrafen zwischen zehn Monaten und vier Jahren verurteilt, gegen weitere 30 Beitragstäter wird noch ermittelt. Dabei sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. "Bisher wurde nur ein Teil verhandelt", erklärt der Leiter der Finanzpolizei, Wilfried Lehner, "die Hauptverhandlung wird in einigen Monaten erfolgen."

Täter abgehört: "Die Nummer ist so sicher"
Was die Ermittler bisher herausfanden: In den vergangenen Jahren meldete die Bande nicht weniger als 7.500 Mitarbeiter in mindestens 20 Scheinfirmen an. Von den Arbeitern kassierten die Bosse dann sieben Euro pro Tag, dafür gab's im Gegenzug eine e-card sowie Arbeitslosenversicherung samt Pensionsanspruch. Auf diese Weise verdienten die Kriminellen binnen weniger Jahre mehrere Millionen Euro.

Parallel dazu drehten die Täter am Steuerkarussell, indem Scheinrechnungen ausgestellt wurden. Bundeskriminalamt und Finanzpolizei ermittelten über Monate verdeckt, hängten sich in die Telefonleitungen der Verdächtigen: "Die Nummer ist so sicher, da huacht mir keiner von die A... (die Polizei, Anm.) mit", ließ der abgehörte mutmaßliche Kopf der Bande seine Tochter wissen - bis die Handschellen klickten.

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