Mo, 22. Jänner 2018

Weltweites Kalifat?

08.07.2014 11:31

ISIS-Kämpfer: "Wir werden Spanien zurückerobern"

Das vor Kurzem ausgerufene Kalifat in den von der radikalislamischen sunnitischen Miliz ISIS besetzten Gebieten im Irak und in Syrien soll offenbar eine enorme Ausweitung erfahren. Unbekannte Männer, die sich als ISIS-Kämpfer rühmen, haben jetzt in einem Propagandavideo auf YouTube ihren Plan kundgetan, Spanien "zurückzuerobern".

"Ich sage euch, Spanien ist das Land unserer Vorfahren, und wir werden es mit Allahs Macht wieder zurückerobern", sagt einer der beiden Männer auf Spanisch in dem knapp einminütigen Video, das Anfang Juli im Internet gepostet wurde. Die ISIS-Kämpfer würden zudem danach nicht in Spanien haltmachen, sondern alle "besetzten Gebiete" zurückholen und ein weltweites Kalifat errichten. Außerdem seien sie bereit zu sterben, heißt es weiter.

Die Islamisten beziehen sich in ihrer Botschaft auf die zwischen 711 und 1492 muslimisch beherrschten Teile der Iberischen Halbinsel. Das damalige al-Andalus galt als ein Zentrum der Gelehrsamkeit. Die Stadt Cordoba wurde ein führendes kulturelles und wirtschaftliches Zentrum sowohl des Mittelmeerraums als auch der islamischen Welt. Im Kampf gegen die angrenzenden christlichen Königreiche konnte sich Granada am längsten gegen die sogenannte Reconquista (Rückeroberung)behaupten. 1492 übergab schließlich der letzte muslimische Herrscher, Muhammad XII, das Emirat von Granada an das Königreich von Kastilien und Aragon. Dieses Kapitel der Geschichte will ISIS nun offenbar korrigieren.

Aufrufe zum Dschihad an Muslime in aller Welt
Zwar konnte die Authentizität der Aufnahme bisher nicht von unabhängigen Experten bestätigt werden, es ist aber nicht das erste Mal, dass sich ISIS-Kämpfer an die Welt wenden. So geschehen auch in einem kürzlich an in Australien, Großbritannien und den USA lebende Muslime gerichteten Video, in welchem der Aufruf ergeht, den weltweiten Kampf gegen Ungläubige zu unterstützen. Auch der Anführer der derzeit gefährlichsten Dschihadisten-Miliz, Abu Bakr al-Bagdadi, forderte in seiner ersten Videobotschaft, in der er auch sein Gesicht zum ersten Mal enthüllte (siehe Infobox), die Unterstützung der Gläubigen.

Fällt bald auch Libyen in die Hände der Extremisten?
Der Vormarsch der Dschihadisten alarmiert nun auch zunehmend die Nachbarn Libyens. Sicherheitskreise in Ägypten, Algerien und Tunesien halten die Gründung eines ISIS-Ablegers in Libyen nur mehr für eine Frage der Zeit. Dies dürfte nach Einschätzung der Sicherheitsexperten auch zu einem Machtkampf der ISIS, die sich seit einigen Tagen Islamischer Staat (IS) nennt, mit der Al-Kaida im islamischen Maghreb führen.

In Libyen tummeln sich seit dem Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Gadafi zahlreiche Milizen. Unter ihnen sind auch viele Dschihadisten, einige sind mit der Terrororganisation Al-Kaida verbunden, andere haben bereits Sympathien zur ISIS bekundet.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden