Di, 21. November 2017

Strafe nicht gezahlt

04.07.2014 17:00

Für Schulschwänzen der Kinder: Elf Eltern in Haft

Bei elf Familien griffen Wiens Magistratsbeamte nun durch: Nach Exekutionsandrohungen und Mahnungen wurden die Väter zum Ersatzarrest abgeholt, weil sie die Bußgelder für das Schulschwänzen ihrer Kinder nicht bezahlt hatten. In 370 Schultagen setzte es bereits 1.587 Strafbescheide, die FPÖ fordert weitere Maßnahmen.

Auch als bedeutende Maßnahme zur Integrationsförderung waren die Bußgelder für das Schulschwänzen vor zwei Jahren verordnet worden. Jetzt liegt der "Krone" dazu die erste Bilanz vor: In zwei Schuljahren - also in 370 Tagen - verschickte der Wiener Magistrat 1.587 Strafbescheide an Eltern, die das wiederholte Schulschwänzen ihrer Kinder tolerierten.

39 Väter und Mütter wurden lediglich "abgemahnt", in den meisten Fällen (700) setzte es eine 70-Euro-Strafe, und nur fünf Eltern mussten 280 Euro überweisen. Die gesetzlich festgelegte Höchststrafe von 440 Euro wurde nie verhängt. Insgesamt mussten die Erziehungsberechtigten der Schulschwänzer 131.432 Euro einzahlen.

Polizei holte Väter zu Ersatzarrest ab
Elf Familien reagierten aber weder auf die zahlreichen Mahnungen, noch auf die Exekutionsdrohungen: Der Magistrat musste die säumigen Väter schließlich von der Polizei zum Antritt ihrer Ersatzarreststrafe abholen lassen.

"Diese Antwort auf unsere Gemeinderatsanfrage zeigt, dass viele Eltern die Schulpflicht noch immer nicht ernst nehmen", warnt der Wiener FPÖ-Bildungssprecher Dominik Nepp vor "schwerwiegenden Folgen für sämtliche Integrationsbemühungen". Diesen ersten Maßnahmen müssten noch weitere folgen. Nepp: "Die Behörde sollte jenen Eltern, die ihre Söhne und Töchter nicht zur Schule schicken, die Sozialleistungen kürzen. Es geht um die Zukunft dieser Kinder."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden