Mo, 20. November 2017

In OÖ ausgesetzt

30.04.2014 08:27

Gefundene Riesenschlange sucht jetzt ein Platzerl

Die Knie schlottern jenem Autofahrer noch immer, der in Aigen im Mühlkreis in Oberösterreich beim "Austreten" auf einem Parkplatz über eine Riesenschlange stolperte – krone.at berichtete. Der 2,7 Meter lange exotische Findling wurde vor dem sicheren Kälte- und Hungertod bewahrt. Jetzt wartet die ausgesetzte Boa Constrictor auf ein gutes Platzerl.

"Die Schlange ist in einem sehr guten Zustand, wäre aber in der Wildnis in einigen Tagen zugrunde gegangen. Bei uns ist es zu kalt", sagt Hansjörg Nussbaumer, der in seinem Rohrbacher Reptilien-Geschäft der Boa Notunterkunft gibt. Wird der Besitzer nicht ausgeforscht, kommt das Tier – für das eine behördliche Meldepflicht gilt – entweder in den Zoo oder zu einem versierten Schlangenfreund.

"Man kann es ja nicht in irgendein Terrarium setzen. Die Boa braucht sechs Quadratmeter Platz, die richtige Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Fütterung", erklärt der Reptilien-Experte, der sicher ist, dass die Schlange nicht in seinem Geschäft verkauft wurde: "Solche Schlangen gehen im Mühlviertel nicht, eher kleinere."

Auch für Reinhold Petz, im Brotberuf Direktor des Polytechnikums Aigen, war das Einfangen der Riesenschlange ein einmaliges Erlebnis. Die "Krone" traf ihn zum Interview.

"Krone": Wie wird ein Vogelkundler zum Schlangenfänger?
Reinhold Petz: Ich bin eben viel in der Natur unterwegs und hab' keine Scheu vor solchen Tieren. Deshalb hat man wohl an mich gedacht.

"Krone": Aber wie oft wird man im Mühlviertel mit einer Riesenschlange konfrontiert?
Petz: An Ringelnattern oder Kreuzottern sind wir gewöhnt, aber das war ein anderes Kaliber. Ich selbst hab' als persönliches Erlebnis mit einer Riesenschlange nur eine Tiershow in der Kindheit in Erinnerung.

"Krone": Hatten Sie Angst?
Petz: Die Schlange könnte beißen, aber nur zur Selbstverteidigung. Wenn man ruhig vorgeht, tut sie nichts. Außerdem war es kühl und damit das Tier träge. Wir hatten sogar Zeit, ihre Zeichnung zu bewundern.

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