Mi, 22. November 2017

Fall Firtasch

20.03.2014 15:55

Oligarch zahlte Rekordkaution, bleibt aber in Haft

Knalleffekt im Fall des in Wien in Auslieferungshaft sitzenden Oligarchen Dmytro Firtasch: Wie die "Krone" erfuhr, wurde die Rekordkaution von 125 Millionen Euro am Donnerstag von einer russischen Bank nach Österreich überwiesen. Firtasch bleibt allerdings vorerst trotzdem in Haft, weil jetzt auch noch wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen ihn ermittelt wird.

Noch nie wurde in Österreich eine höhere Kaution bezahlt - bei Julius Meinl V., dem bisherigen Rekordhalter, waren es 100 Millionen Euro. Dennoch: Solange die rechtlich einwandfreie Herkunft der Firtasch-Kaution, die nun auf dem BAWAG-Justizkonto eintraf, nicht bewiesen ist, muss der ukrainische Milliardär in einer Mehrpersonenzelle in der Justizanstalt Josefstadt bleiben. Denn wie im österreichischen Bankwesengesetz vorgesehen, brachte die BAWAG sofort eine Geldwäsche-Verdachtsinformation beim Bundeskriminalamt ein.

"Haben damit gerechnet"
Jetzt muss überprüft werden, ob das Vermögen aus legalen Einkünften stammt. "Wir ermitteln mit der Staatsanwaltschaft", so BK-Sprecher Mario Hejl. Das könnte eigentlich Wochen dauern. Der Beraterstab rund um Firtasch geht allerdings davon aus, dass sich der Geldwäscheverdacht - mit dem man gerechnet habe - rasch entkräften lässt und der 48-Jährige demnächst freikommt.

Wie berichtet, hatten die Eliteeinheit Cobra und das Bundeskriminalamt dem milliardenschweren Multi-Unternehmer am 12. März 2014 vor seiner Wiener Firmenzentrale Handschellen angelegt. Der internationale Haftbefehl ging von den USA aus. Die Vorwürfe der seit 2006 ermittelnden Bundespolizeibehörde FBI: Politiker-Bestechung und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Firtasch selbst sieht sich als Opfer einer politisch motivierten US-Intrige.

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