So, 22. Oktober 2017

Fast ausgestorben

29.01.2014 09:54

Rettungsversuch für Asiens bedrohte Nashörner

Auf Borneo und Sumatra leben die kleinsten Nashörner der Welt - aber wohl nicht mehr lange. Die Unterart ist vom Aussterben bedroht und so selten, dass sich die Tiere kaum zur Paarung begegnen. Selbst in menschlicher Obhut gestaltet sich die Erhaltung der Art schwierig.

"Wenn sie auf dich zukommt, stell dich hinter den nächsten Baum", sagt Zainal Zahari Zainuddin mit gedämpfter Stimme, als sich Nashorndame "Puntung" plötzlich aus ihrem Schlammbad im Dschungel erhebt. Das 500-Kilo-Tier schüttelt das Haupt, macht einen Schritt und blökt. Sie warnt die Beobachter davor, näher zu treten. Borneo-Nashörner (Dicerorhinus sumatrensis harrisoni) sind Vegetarier, aber gern ungestört.

Vom Aussterben bedroht
Der Veterinär Zainal von der Tierschutzgruppe "Borneo Rhino Alliance" (Bora) schaut regelmäßig nach Puntungs Gesundheit. Das Borneo-Nashorn lebt im zwei Hektar großen Tabin-Schutzgebiet im malaysischen Bundesstaat Sabah auf Borneo. Nur auf der Insel, deren indonesischer Teil Kalimantan heißt, und auf Sumatra ist die kleinste Rhinozeros-Unterart heimisch. Es gibt sie wohl schon seit etwa 20 Millionen Jahren, heute ist sie vom Aussterben bedroht.

Der Mensch muss eingreifen
Nicht einmal mehr 100 Exemplare leben nach Schätzungen von Tierschützern noch. Seit 30 Jahren existiert deshalb ein Zuchtprogramm. Es sieht vor, dass die in der Wildnis lebenden Nashörner gefangen und in Zoos und Reservate überführt werden - zu ihrem Schutz und damit sie zueinander finden. "Die Nashorn-Zahl ist zu klein und wilde Rhinos leben zu weit verstreut", erklärt der Direktor der Artenschutzbehörde von Sabah, Laurentius Ambu. "Wenn wir nicht eingreifen, wird es unmöglich sein, eine neue Generation von Babynashörnern hervorzubringen."

Paarungen in der Wildnis selten
Die Zucht in Gefangenschaft sei der einzige Weg zur Arterhaltung, versichert auch Bora-Geschäftsführer John Payne. Nashörner beanspruchen ein großes Territorium für sich - Bullen rund 50 Quadratkilometer, Rhino-Kühe ziehen etwas kleinere Kreise. "Sie streifen allein durch den Wald, die Weibchen blöken und lassen Duftmarken zurück, wenn sie zur Paarung bereit sind", erklärt Payne. "Aber es kann heutzutage vorkommen, dass einfach keine Männchen in der Nähe eines paarungswilligen Weibchens sind."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).