Sa, 16. Dezember 2017

Ehrengäste & Rituale

14.12.2013 17:33

Mandela wird in seinem Heimatdorf beigesetzt

Der verstorbene südafrikanische Freiheitskämpfer Nelson Mandela ist wieder zu Hause. Sein Leichnam wurde am Samstag in das kleine Dorf Qunu in der südöstlichen Provinz Ostkap gebracht. Hier hatte Mandela die nach eigenen Angaben schönsten Jahre seiner Kindheit verbracht. Am Sonntag wird er auf dem Grundstück seiner Familie beigesetzt.

Tausende Menschen säumten die Straße, auf der der Sarg vom Flughafen Mthatha nahe der Hauptstadt Pretoria nach Qunu gebracht wurde. Viele sangen und tanzten, Kinder schwenkten Flaggen. "Es ist so gut, dass Madibas Geist wieder nach Hause kommt und nicht anderswo bleibt", sagte Debe Onke, nachdem der Konvoi vorbeigefahren war. Die Stimmung war eher jubelnd als betrübt.

"Ich wusste immer, was er getan hat, aber seit er tot ist und wir hier auf seinen Sarg warten, kann ich es fühlen", sagte Fungiswa Ntontela, die rund 40 Kilometer von Qunu entfernt lebt. Das Dorf selbst ist seit Tagen für die Öffentlichkeit gesperrt. Nur die Anrainer dürfen noch in die Nähe des Mandela-Hauses.

4.500 Gäste bei offiziellem Teil der Beerdigung
Von Weitem sieht man bereits das große weiße Zelt, in dem am Sonntag der erste Teil der Beerdigung stattfinden wird. Etwa 4.500 Gäste, darunter 26 Staats- und Regierungschefs, deren Stellvertreter oder Vertreter von Königshäusern werden dazu erwartet. Darunter sind auch Prinz Charles aus England, der iranische Vizepräsident Mohammad Shariatmadari, der ehemalige französische Premierminister Lionel Jospin und der amerikanische Baptistenprediger Jessie Jackson.

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger und Erzbischof Desmond Tutu dagegen ist nach eigenen Worten nicht eingeladen. "Ich hätte mir sehr gewünscht, an der Beerdigung teilzunehmen, um jemanden zu verabschieden, den ich liebte und schätzte. Aber es wäre respektlos, uneingeladen zu kommen", sagte er am Samstag. Tutu hatte dafür gekämpft, dass Mandela während des Apartheit-Regimes aus dem Gefängnis entlassen wurde, in den vergangenen Jahren hatte er allerdings die regierende Partei ANC kritisiert.

Nur Familie und enge Freunde bei der Beisetzung
Nach dem offiziellen Teil soll Mandela gegen 10 Uhr am Vormittag von seiner Familie und wenigen engen Freunden zum Grab gebracht werden. Nach Angaben von Clanchefs wird es zahlreiche Rituale geben. Die Traditionen des Xhosa-Volkes verlangten etwa das Schlachten eines Ochsen.

Mandela war am vorvergangenen Donnerstag nach langer Krankheit im Alter von 95 Jahren gestorben. In den vergangenen drei Tagen haben 100.000 Südafrikaner an dem offenen Sarg von ihrem Nationalhelden Abschied genommen - am Freitag war es dabei zu Tumulten gekommen (siehe Infobox).

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