Fr, 25. Mai 2018

Neue Analysemethode

04.12.2013 19:00

400.000 Jahre altes menschliches Erbgut entziffert

Mittels neuer Analysemethoden ist es Forschern gelungen, aus 400.000 Jahre alten Knochenresten eines Homo heidelbergensis menschliches Erbgut zu entschlüsseln. Dabei machten sie eine überraschende Entdeckung: Es zeigte sich nämlich, dass der Hominine mit dem sogenannten Denisova-Menschen verwandt ist.

Es sei gelungen, eine nahezu vollständige mitochondriale Erbgutsequenz eines Homo heidelbergensis, dessen Überreste in einer Höhle im Norden Spaniens gefunden worden waren, zu bestimmen, berichten Wissenschaftler um Matthias Meyer vom Leipziger Max-Planck-Institut (MPA) für evolutionäre Anthropologie im Fachjournal "Nature".

Gemeinsamer Vorfahre mit Denisova-Menschen
Anhand der in den alten DNA-Sequenzen fehlenden Mutationen berechneten die Forscher das Alter des Homo heidelbergensis auf etwa 400.000 Jahre. Darüber hinaus stellten sie bei Untersuchungen fest, dass dieser Hominine und die Denisova-Menschen (ausgestorbene Verwandte des Neandertalers aus Asien, Anm.) vor etwa 700.000 Jahren einen gemeinsamen Vorfahren hatten.

"Dass die mtDNA (mitochondriale DNA, Anm.) des Homininen einen gemeinsamen Vorfahren mit der mtDNA des Denisova-Menschen und nicht mit der des Neandertalers teilt, überrascht uns, denn die Fossilien von Sima de los Huesos (einer Kammer in einer Höhle in Spanien) weisen Merkmale auf, die vom Neandertaler zu stammen scheinen", sagt Meyer.

Angesichts ihres Alters und der Ähnlichkeit zum Neandertaler könnten die Homininen aus Spanien mit der Population verwandt sein, aus der später sowohl die Neandertaler als auch die Denisova-Menschen hervorgegangen sind. Alternativ dazu könnte eine andere Gruppe von Homininen Denisova-ähnliche mtDNA an die Sima-Homininen oder deren Vorfahren weitergegeben haben.

Fund deutet auf kompliziertes Evolutionsmuster hin
"Dieses unerwartete Ergebnis deutet auf ein kompliziertes Evolutionsmuster hinsichtlich der Entstehung von Neandertalern und modernen Menschen hin", sagt Juan-Luis Arsuaga, Direktor des Forschungszentrums zur Evolution und zum Verhalten des Menschen am MPA.

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