Di, 12. Dezember 2017

Überraschung

08.09.2013 17:55

IOC belässt Ringen in Riege der Olympia-Sportarten

Ringen hat den olympischen "Überlebenskampf" völlig überraschend doch noch gewonnen. Sieben Monate nach der angedrohten Streichung des Olympia-Status erhielt die Traditionssportart am Sonntag bei der 125. Vollversammlung des IOC in Buenos Aires den letzten freien Platz im Programm der Sommerspiele 2020 und 2024. Mit 49 von 95 abgegebenen Stimmen setzte sich Ringen klar vor den Mitbewerbern Baseball/Softball (24) und Squash (22) durch.

Damit korrigierte die IOC-Session das "Fehlurteil" der eigenen Exekutive, die sich im Februar für die Streichung des jahrtausendealten Sports aus dem Programm ausgesprochen hatte. "Es war solch ein Fehler, er musste einfach korrigiert werden", hatte IOC-Präsidentschaftskandidat Denis Oswald aus der Schweiz schon vor der Abstimmung stellvertretend für viele gesagt. Die Entscheidung der Exekutive hatte damals weltweit Unverständnis und Empörung hervorgerufen. Zu den entschiedensten Fürsprechern der Ringer zählte unter anderen Kremlchef Wladimir Putin.

Ringer um Attraktivierung ihres Sports bemüht
Mit umfassenden Regeländerungen hatte die Sportart in den vergangenen Monaten unter dem neuen Verbandspräsidenten Nenad Lalovic ihren Reformprozess vorangetrieben. In Zukunft wird in zwei Runden zu je drei Minuten gekämpft und mehr Aktivität belohnt - die Kämpfe sollen nach Punkten und nicht wie bisher nach Runden entschieden werden. Es gibt zwei Gewichtsklassen mehr für Frauen - auf Kosten der Männer.

"Wir haben Fehler gemacht und wir haben zugehört und wir haben gelernt. Wir haben unsere Statuten demokratisiert, mit mehr Frauen und Athleten im Vorstand", sagte Lalovic. Die FILA soll künftig auch für Frauen geöffnet werden, eine Vizepräsidentin soll her. "Der Verband hat die Gründe für die Streichempfehlung verstanden und gut reagiert", lobte IOC-Präsident Jacques Rogge, dessen große Reformpolitik gescheitert ist. Denn mit der Entscheidung pro Ringen bleibt beim Olympia-Programm alles beim Alten. Rogges groß angekündigte Reform beschränkt sich auf die Aufnahme von Golf und Rugby bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro.

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