Do, 23. November 2017

2.300-Euro-Einsatz

12.08.2013 13:21

Alpinisten missbrauchten Polizeiheli als „Taxi“

Zwei Niederländer, die sich im Juni den Abstieg sparen wollten und mit dem Polizeihubschrauber von einem Berggipfel im Salzburger Tennengau ins Tal fliegen ließen, haben die Einsatzkosten von 2.300 Euro mittlerweile beglichen. "Wir haben eine Dienstleistung erbracht, und die war zu bezahlen. Die haben umgehend bezahlt", teilte der Tennengauer Bezirkshauptmann Helmut Fürst am Montag mit.

Der 30-jährige Mann und seine 27-jährige Begleiterin aus den Niederlanden waren heuer im Juni von Golling auf den Kleinen Göll (1.753 Meter) gestiegen. Wegen des rutschigen und nassen Geländes konnten sie laut eigener Aussage aber nicht mehr vom Gipfel absteigen.

Bucheintrag: "Zurück 'gehen' wir mit dem Helikopter"
Kurz nach 16 Uhr setzten die beiden deshalb einen Notruf ab. Der Polizeihubschrauber brachte sie ins Tal. Ein Alpinpolizist stieß im Gipfelbuch allerdings auf einen verdächtigen Eintrag: "H. und M. aus Holland waren am Gipfel. Zurück 'gehen' wir mit dem Helikopter." Die Polizei erstattete deshalb Anzeige.

Die Aufforderung, den Einsatz zu bezahlen, sei als Signal zu verstehen, dass bei Hilfeleistungen die Schwelle nicht weiter nach unten gehen dürfe - denn jeder Einsatz sei auch ein Risiko für die Helfer, so Bezirkshauptmann Fürst. "Ich habe schon einige Rückmeldungen bekommen und sehe: Die Botschaft ist angekommen." Hilfe sollte nur dann gerufen werden, wenn es wirklich notwendig ist.

"Sie waren fit und entspannt"
Ein Fall wie jener der zwei Niederländer kommt laut Fürst "extrem selten" vor, denn im Allgemeinen liege bei Hubschrauber-Bergungen eine medizinische Indikation vor, also eine Verletzung oder eine totale Erschöpfung. "Aber die haben angerufen und gesagt, sie trauen sich nicht mehr abzusteigen. Subjektiv mag das so sein, aber objektiv gesehen waren sie fit und entspannt."

Der Eintrag im Gipfelbuch habe beim Erlass des Bescheids gar keine große Rolle gespielt. "Sie haben eine Stunde auf dem Gipfel gewartet, vielleicht haben sie das ja erst ins Buch geschrieben, als der Hubschrauber schon unterwegs war", so Fürst. Laut Ö3 ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die beiden Niederländer wegen des Verdachts auf Missbrauch von Notzeichen.

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