Fr, 15. Dezember 2017

Verein fordert:

13.05.2013 14:20

EuGH soll Hundegesetze in Dänemark kippen

Nach den anhaltenden Debatten um das strenge Hundegesetz in Dänemark und die damit verbundenen Tötungen hat die Vorsitzende des Vereins "Fair Dog Europe" nun angekündigt, die geltenden Regelungen in mehreren EU-Ländern zum Thema des Europäischen Gerichtshofs machen zu wollen.

Nach einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" will Sabine Gradischnig von "Fair Dog Europe" eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof einreichen und dadurch die Revision von Hundegesetzen in mehreren europäischen Ländern bewirken: "'Fair Dog' will ungerechte Hundegesetze kippen und Rasseverbote in ganz Europa aufheben." Neben den Rasselisten in Dänemark sollen unter anderem auch der Maulkorb- und Leinenzwang in Deutschland und das bayrische Vermittlungsverbot für den American Staffordshire Terrier thematisiert werden.

Mehr statt weniger Beißvorfälle
Gradischnig argumentiert, dass die Anzahl der Beißvorfälle seit Inkrafttreten des dänischen Hundegesetzes gestiegen und nicht, wie vom Gesetzgeber erhofft, gesunken sei. In dem Land können seit Juni 2010 "auffällige" Hunde beschlagnahmt und getötet werden, 13 Hunderassen und deren Mischlinge dürfen weder gehalten noch eingeführt werden. Die dänischen Behörden werden aufgrund ihrer rigorosen und teils umstrittenen Vorgehensweise von Experten und Tierfreunden aus ganz Europa kritisiert.

"Fair Dog" will europaweiten Hundeführerschein
"Fair Dog Europe" fordert, dass nicht länger die Hunde, sondern ihre Halter zur Verantwortung gezogen werden. Ziel sei die Einführung eines europaweiten Hundeführerscheins. Vorbild dafür sei das in der kanadischen Stadt Calgary eingeführte Lizenzmodell, nachdem jeder künftige Hundebesitzer vor der Anschaffung eine Schulung absolvieren muss. "Das heißt, der Besitzer wird vor der Anschaffung eines Hundes zu einem fachkundigen Halter erzogen", so Gradischnig zur "NOZ".

Hundehalter boykottieren Urlaubsland Dänemark
Die Hundetötungen haben mittlerweile zu einer starken Verunsicherung bei Urlaubern mit Hund geführt. Viele Tierfreunde rufen im Internet zum Boykott des Ferienziels Dänemark auf. Denn die strengen Gesetze werden auch auf die Vierbeiner von Touristen angewandt - wer einen Mischling besitzt, sollte daher unbedingt einen Herkunftsnachweis mitführen. Dazu Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen: "Daraus muss klar hervorgehen, dass die Eltern des Hundes nicht zu den indizierten Rassen gehören oder dass er vor dem 17. März 2010 angeschafft wurde."

Gefährlicher Freilauf
Birgitt Thiesmann von den "Vier Pfoten" warnt indes davor, dass sich auch Hunde, die nicht auf der Rasseliste stehen, auf dänischem Boden in Lebensgefahr befinden. Grund sei das dänische Feld- und Weggesetz: Privatleute dürfen demnach frei laufende Hunde und Katzen auf ihrem Grundstück erschießen. Der Besitzer muss zwar zuvor gewarnt werden, diese Warnung kann aber zum Beispiel auch durch eine Anzeige in der örtlichen Tageszeitung erfolgen - Urlauber wüssten davon also meistens nichts, so Thiesmann.

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