Fr, 15. Dezember 2017

WM-Bilanz

18.02.2013 14:48

Fast alle waren mit der Schladminger WM zufrieden

Nach dem turbulenten Auftakt bei der Ski-WM, bei dem sich Lindsey Vonn schwer verletzte, sowie der anschließenden Pleite der österreichischen Speed-Teams sind am Ende doch fast alle Beteiligten zufrieden mit der Bilanz in Schladming: der ÖSV, weil die Medaillenausbeute dank Marcel Hirscher doch noch versöhnlich ausfiel, die Veranstalter, die sich über rund 300.000 Zuschauer freuen durften, und sogar die Polizei, die kaum Zwischenfälle zu verzeichnen hatte, dafür aber die gesitteten Fans lobte. FIS-Präsident Gian Franco Kasper sprach zwar von "kleineren Problemen", aber echte Skandale seien ausgeblieben.

Für Peter Schröcksnadel wurde auch das sportliche Ziel schon vor dem abschließenden Herren-Slalom am Sonntag, in dem Marcel Hirscher und Mario Matt Gold und Bronze geholt hatten, erreicht. Insgesamt gewannen die ÖSV-Asse zweimal Gold, zweimal Silber und viermal Bronze. Angesichts der vielen vierten Plätze sei der ÖSV-Präsident "nicht enttäuscht". Schröcksnadel lobte das Sicherheits-, Verkehrs- und das Umweltkonzept: "Es lagen morgens kaum Reste vom Vortag herum." Laut Kasper habe der Veranstalter einen guten Job gemacht: "So wie wir es erwartet hatten."

Einsatzkräfte hatten relativ wenig zu tun
Überraschend ruhig waren die beiden WM-Wochen für die Einsatzkräfte, die mehr Zwischenfälle erwartet hatten. Den Grund für den reibungslosen Ablauf in puncto Verkehr und Besucheransturm liege laut Christian Rinner vom Roten Kreuz in der guten Organisation: "Dann passiert einfach weniger." Während der gesamten Weltmeisterschaften habe man etwa weniger Probleme mit übermäßigem Alkoholkonsum gehabt als während so mancher Nachtslaloms.

Die meisten Einsätze hatte das Rote Kreuz wegen kleinerer Blessuren an Händen und Knien infolge von Stürzen. Auch Kreislaufprobleme von Zuschauern waren bei den täglich etwa 20 Versorgungen dabei. Mehr als 200 Menschen wurden betreut, täglich mussten drei bis vier von ihnen zur weiteren Behandlung von der Sanitätshilfsstelle im Parkdeck unter dem Zieleinlauf ins Spital. Insgesamt rund 12.000 Arbeitsstunden wurden von den medizinischen Helfern geleistet.

Das österreichische Bundesheer legte in seiner Bilanz rund 6.100 Arbeitsstunden vor, in denen Soldaten bei der Pistenpräparation geholfen und verschneite Tribünen freigeschaufelt hatten.

Umsatzrückgänge bei den Hüttenwirten
Höchst zufrieden waren die Betreiber der Partyhochburgen in Schladming: Während auf der Medal Plaza und auf den Straßen um 23 Uhr Schluss war, wurde in der Fan-Arena sowie in der Hohenhaus-Tenne bis in die Morgenstunden gefeiert. Weniger glücklich waren jedoch die Hüttenwirte: Weniger Skifahrer als sonst waren auf den Pisten, und entsprechend geringer war auch der Umsatz. Rund 50 Prozent weniger Einnahmen hätten sie hinnehmen müssen. Damit zählen die Hüttenwirte gemeinsam mit den ÖSV-Speed-Teams zu den wenigen WM-Verlierern.

Gejubelt haben dagegen schon die Touristiker, die es besonders freute, dass die Medaillen gut unter mehreren Nationen verteilt wurden.

Für Staunen sorgte auch das Anreiseverhalten der Fans: Mehr Zuschauer als erwartet nutzten Bahn und Bus - überraschend war laut ÖBB der konzentrierte Ansturm an bestimmten Renntagen. Inklusive Sonntag sind etwa 370.000 Gäste - hin und zurück extra gezählt - mit Zügen und Bus-Shuttles gefahren.

"Keine wirklichen Herausforderungen" für die Polizei
Josef Klamminger, Landespolizeidirektor der Steiermark, zog ebenso eine positive Bilanz: "Es gab keine wirklichen Herausforderungen, nur am Samstag waren die Polizisten beim hohen Besucheransturm zum Rennen und zum Konzert von Andreas Gabalier stärker beschäftigt." In puncto Arbeitsstunden habe man die Erwartungen unterschritten, was auf das gesittete Verhalten der Fans zurückzuführen sei. Auch er sprach von weniger Einsätzen als bei einem Nachtslalom, genaue Zahlen lagen noch nicht vor.

Auch was die Zuschauer betrifft, herrscht Zufriedenheit. "Wir sind knapp an der 300.000-Zuschauer-Marke dran. Es war immer die Frage, wo wir zwischen 250.000 und 300.000 Zuschauern liegen werden, weil wir nicht so viel Platz haben. Wir hätten viel mehr Karten verkaufen können. Das Problem war nicht, dass die Leute nicht gekommen sind, sondern dass wir keinen Platz für sie hatten."

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