So, 17. Dezember 2017

"Mr. 101 Prozent"

19.12.2012 10:07

Hirscher kaschiert Schwäche der ÖSV-Herren

"Ich war mit 101 Prozent unterwegs. An manchen Stellen war es eigentlich zu viel des Guten" - klare Worte eines klaren Siegers. Mit Vollgas hat sich Marcel Hirscher am Dienstagabend in Madonna di Campiglio in die Weihnachtspause verabschiedet. Österreichs Ski-Superstar zeigte im Finale des Flutlicht-Slaloms einen seiner berühmten Husarenritte. Aber: Mit Ausnahme Hirschers sind unsere Ski-Herren sehr verhalten in den WM-Winter gestartet. ÖSV-Herren-Cheft Mathias Berthold sieht aber keinen Grund zur Panik.

"Ich sehe die Ergebnisse nicht mit Besorgnis. Die Mannschaft braucht Zeit, um richtig in Schwung zu kommen. Und die kriegt sie auch", meinte der Vorarlberger, der betonte, dass der laufende Umbruch des Herren-Teams noch voll im Gange sei. "Ich stelle mich vor diese Truppe. Weil ich jeden Tag sehe, wie sich die Jungs den Hintern aufreißen, um alles super perfekt zu machen und eine noch perfektere Linie zu fahren. Bis jetzt ist es leider noch nicht so oft belohnt worden", so Berthold, der aber nicht einmal 50 Tage vor dem Startschuss in Schladming auch hinzufügte: "Im Jänner geht es dann richtig los. Da müssen dann alle da sein, keine Frage."

Schröcksnadel sieht WM-Hemmschuh
Dass der Kampf um die Qualifikation für die Heim-WM in Schladming ein möglicher Hemmschuh sein könnte, glaubt Berthold nicht: "Das ist doch wurscht, ob WM-Winter oder kein WM-Winter. Wir wollen doch immer gut fahren." Das sah ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel in einem ORF-Interview anders: "Unsere Athleten sind wegen des WM-Kampfs nervös, eine Heim-WM ist ja etwas Besonderes. Die Qualifikation bremst im Hinterkopf." Der Rest der Truppe hält damit bei einem zweiten und drei dritten Rängen. Als Grund für das hinter Hirscher klaffende Loch sieht Berthold die teilweise gesundheitlich bedingten Probleme einiger Athleten.

Die ÖSV-Herren haben in den 13 vorweihnachtlichen Rennen elf Podestplätze herausgefahren. Allein sieben davon hat Hirscher geholt: zwei Siege, drei zweite und zwei dritte Plätze. "Marcel ist einfach ein Wahnsinn", meinte Berthold über seinen Erfolgsgaranten. Der zweite Durchgang in Madonna hat den Chef schwer beeindruckt: "So etwas habe ich von ihm bisher nur im Training gesehen. Das war eine unglaubliche Leistung." Für Hirscher war es Weltcup-Sieg Nummer 14, damit zog er u.a. mit seinen Landsleuten Mario Matt und Günther Mader gleich.

Hirscher: "Habe nur ein Ziel, und das ist, gut Ski zu fahren"
Mehr Weltcup-Siege für Rot-Weiß-Rot haben nur Michael Walchhofer (19), Franz Klammer (26), Stephan Eberharter (29), Benjamin Raich (36) und Hermann Maier (54) gefeiert. Im Slalom war es Hirschers siebenter Weltcup-Triumph. So jung hat in der Weltcup-Geschichte noch kein Österreicher diese Marke erreicht. Die bisherige Bestmarke wurde von Raich gehalten, der Tiroler gewann vor seinem 24. Geburtstag sechs Slaloms. Hirscher versichert allerdings stets, nicht auf der Jagd nach Rekorden oder Bestmarken zu sein. "Ich habe nur ein Ziel, und das ist, gut Ski zu fahren. Das bedeutet mir am meisten."

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