Mi, 25. April 2018

Skandal in Kärnten

26.04.2012 13:26

Keine Strafe für quälerische Haltung von 53 Hunden

Wie lax in Kärnten mit Tierschutz umgegangen wird, zeigt der Fall jener Hundesammlerin aus Bad Eisenkappel, die 53 Vierbeiner qualvoll zusammengepfercht hatte. Die "Krone" deckte die Quälerei auf – die Staatsanwaltschaft lässt die Frau aber mit einer zweijährigen Probezeit ohne weitere Konsequenzen davonkommen.

Die "Krone Tierecke"-Expertin Claudia Terk war mit dabei, als die verschreckten Hunde bei einem dramatischen Rettungseinsatz nach einem Jahr Dunkelhaft endlich aus ihren Gefängnissen in Bad Eisenkappel befreit wurden (siehe Infobox): "Jedem Tierfreund hätte das Herz geblutet, wenn er die armen Kerle gesehen hätte."

Die 53 Vierbeiner mussten in Tierschutzheimen aufgepäppelt werden – viele verletzt und mit wunden Pfoten. Für die Besitzerin, eine 63-Jährige, bleibt der Fall aber ohne Konsequenzen. Denn: "Die Staatsanwaltschaft ist der Meinung, dass hier eine Diversion ohne Strafe reicht", erläutert Sprecher Helmut Jamnig. Denn die Frau sei einsichtig, "Animal Hoarding" zudem eine psychische Störung. Jamnig: "Die Probezeit für sie beträgt zwei Jahre."

Fälle von Tierhortung in Österreich häufen sich
Immer wieder geraten vergleichbare Fälle von Tierhortung an das Licht der Öffentlichkeit, so etwa im Jänner diesen Jahres. Obwohl man einer Frau aus dem Burgenland bereits mehr als 40 Hunde abgenommen hatte, durfte sie weiterhin 14 Tiere unter katastrophalen Bedingungen halten. "Krone"-Tierlady Maggie Entenfellner konnte zumindest die 13 Papageien befreien, die auf ihrem eigenen Kot sitzend ihr Dasein fristeten (siehe Infobox).

Traurige Tatsache: Niemand kann die Betroffenen zu einer Therapie zwingen, die Leidtragenden sind die Tiere. Maggie Entenfellner appelliert an die Mithilfe jedes Tierfreundes: "Nur wenn man aufmerksam ist und beobachtet, wie andere mit ihren Tieren umgehen, kann man einschreiten. Schlechte Haltung muss gemeldet werden!"

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