So, 18. Februar 2018

Vollgas statt Taktik

11.03.2012 18:49

Hirscher setzt in Schladming alles auf eine Karte

Nach seinem Einfädler im ersten Durchgang des Slaloms in Kranjska Gora geht Marcel Hirscher mit 55 Punkten Rückstand im Gesamtweltcup auf den Schweizer Beat Feuz in die entscheidenden vier Rennen des Finales in Schladming. "Der Gesamtweltcup ist schon weit weg. Jetzt kann ich eh nur noch alles auf eine Karte setzen, und das ist das, was ich am besten kann", gibt sich der Salzburger aber kämpferisch. Feuz hofft, auf der Planai in Abfahrt und Super-G zu punkten, Hirscher muss in Riesentorlauf und Slalom verlorenes Terrain wettmachen.

Hirscher ging am Sonntag mit Startnummer drei ins Rennen, kurz nach der ersten Zwischenzeit passierte der Einfädler. "Bis dahin war ich schnell", kommentierte der 23-Jährige, der "ein bisschen weniger Risiko" nehmen hätte können, aber anmerkte: "Mit einem zehnten Platz kann ich in den Kampf um die großen Kugel nicht viel mitnehmen." Damit wollte er nicht sagen, dass ihm jetzt die große Kugel wichtiger sei als die kleine, "aber es geht ja Hand in Hand, oder?"

Hirscher hob hervor, dass er im Rennen großen Spaß hatte. "Megagroß. Es war geil zum Fahren, wenn man mal wieder richtig ans Limit geht. Ein Einfädler ist mir heuer schon öfters passiert. Aber mit meinem Fahrstil habe ich auch Rennen gewinnen können. Das gehört einfach dazu bei mir. Ich habe alles gegeben, weil ich weiß, dass mir nur die sogenannten 'Big Points' weiterhelfen." Einfädler im Training passierten ihm selten, erzählte er, aber in einem Rennen gebe man noch einmal fünf Prozent mehr. "Rennen und Training ist wie Skifahren und Langlaufen, es ist ein Riesenunterschied."

Ausfälle gehörten im Slalom dazu, meinte der Sieger der Torläufe von Alta Badia, Zagreb, Adelboden, Schladming und Bansko. "Es ist ein Vollkäse", wusste aber auch Hirscher, dass dieser zu einem ungünstigen Zeitpunkt kam und er die Chance verpasste, als Gesamtführender in die Steiermark zu reisen, da Feuz im Slalom nicht antrat.

Antreten im Super-G hängt von Kurssetzung ab
Einen Start im Super-G von Schladming hat Technikspezialist Hirscher prinzipiell eingeplant, allerdings wird sein Antreten von der Kurssetzung abhängen. "Es wird rein die Kurssetzung entscheiden, ob ich eine Chance habe oder nicht. Wenn der Torabstand 50 Meter ist, kann ich gleich vor dem Start abtreten." Beim Weltcup-Finale gibt es in den jeweiligen Rennen nur für die Top 15 Punkte. Die generelle Erwartungshaltung sei nun kleiner, merkte Hirscher an, jetzt könne er aber auch befreit und locker drauflos fahren. "Es bliebt mir nix anderes mehr übrig. Vollgas taugt mir besser als taktieren."

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