Mi, 13. Dezember 2017

"Akute Lebensgefahr"

02.11.2011 16:34

Elektroinstallation desolat: Asylheim in Salzburg geräumt

Die Elektroinstallationen in einem Asylwerberheim in Zell am See im Salzburger Pinzgau sind offenbar derart desolat, dass die Bezirkshauptmannschaft das Gebäude am Dienstagabend wegen "akuter Lebensgefahr" räumen ließ. Demnach war eine Wand - vermutlich wegen eines verschmorten Kabels - heiß geworden.

"Es hätte jederzeit ein Brand ausbrechen können. Das Haus ist in einem katastrophalen, menschenunwürdigen Zustand. Es herrschte akute Lebensgefahr", schilderte Kurt Reiter, Katastrophenreferent der Bezirkshauptmannschaft Zell am See. Die Feuerwehr und ein Elektromeister wurden am Dienstag zu dem Haus in der Zellermoosstraße beordert und stellten bei der näheren Untersuchung grobe Mängel fest.

Quartiergeber auf Reisen
Daraufhin wurde das Asylheim "Malik" aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der Quartiergeber, ein Österreicher, konnte vorerst nicht zur Rechenschaft gezogen werden - er war verreist. Nun wird die Pension feuerpolizeilich und auch gewerberechtlich überprüft.

Der Leiter des Fachreferates "Migration" im Land Salzburg, Erwin Eiersebner, zeigte sich über den desolaten Zustand des Heimes überrascht: Bei der letzten feuerpolizeilichen Überprüfung durch die Bezirkshauptmannschaft Zell am See im Jahr 2010 seien zwar Mängel festgestellt worden, "diese wurden dann aber abgearbeitet".

Das Fachreferat sei aber nur für die Finanzierung der Grundversorgung und Zuteilung der Quartiere zuständig, so Eiersebner, nicht für die bauliche Beschaffenheit des Hauses. Belange, die den Brandschutz und das Gewerberecht betreffen, obliegen der Bezirkshauptmannschaft Zell am See. Diese müsse demnach auch regelmäßig überprüfen, ob die feuerpolizeilichen Vorschriften eingehalten werden.

"Wir wollten kein Risiko eingehen"
Sollten die Schäden nicht repariert werden, dann werden dem Heim auch keine Aslywerber mehr zugeteilt, sagte Eiersebner. "Uns ist es wichtig, dass alle Vorschriften erfüllt sind und den Bewohnern nichts passiert. Für uns war es aber überraschend, dass es Probleme gibt. Die Bewohner waren nach unseren Rückmeldungen sehr zufrieden."

Das Fachreferat sei am Dienstagabend darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass vom feuerpolizeilichen Aspekt her eine Gefahr für die Asylwerber drohe. "Wir wollten kein Risiko eingehen und haben deshalb die Entscheidung getroffen, bis zur Klärung der Lage die Leute anderswertig unterzubringen."

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