Mo, 28. Mai 2018

Tierleid in Tirol

10.09.2011 11:48

Tierheime sind voll: Aufnahmestopp für Hunde

Erstmals gibt es eine Aufnahmesperre für Hunde in allen vier Tierheimen Tirols – Gründe sind die immer größere Anzahl von behördlichen Beschlagnahmungen, aber auch die steigende Zahl von Hunden, die im Internet gekauft oder aus dem Osten importiert werden. Tierschützerin Inge Welzig will nun ausbauen.

"Bis zum letzten Jahr schien die Tierheim-Situation in Tirol geeignet, alle anfallenden Probleme lösen zu können", erklärte Tirols oberste Tierschützerin der "Krone" am Freitag, "inzwischen wird nur noch improvisiert, um die laufenden Notfälle aus menschlichen und tierischen Gründen zu erledigen." Das schaut im Tierheim Mentlberg dann konkret so aus, dass auf dem Platzangebot, das für 30 Hunde ausgelegt ist, 45 Tiere hausen. "Wir haben nachts die Hunde im Büro. Selbst im Tierarztraum wohnt einer", erklärt Welzig.

Erschreckende Unwissenheit über Hundehaltung
Ins Tierheim gebracht werden die Hunde aus den unterschiedlichsten Gründen, erklärte sie: Scheidung, Krankheit, Übersiedlung, neue Partnerschaft oder Überlastung. "Neben der Explosion der Importe aus den ehemaligen Ostblockländern stehen wir vor einem gesellschaftlichen Problem: Zu viele Menschen sind längst gewöhnt, sich ihre Wünsche sofort zu erfüllen. Während früher lange überlegt wurde, ob für ein Tier die Zeit, das Geld und auch die Liebe reichen, kommen heute viele Vierbeiner nach Spontanentscheidungen zum neuen Besitzer, teilweise mit erschreckender Unwissenheit." Welzig verlangt daher eine vorgeschriebene Sachkunde-Schulung für Anfänger VOR der Aufnahme eines Hundes.

Planungen für Tierheim-Neubau
"Tatsache ist jedenfalls, dass das erst zehn Jahre alte Tierheim Mentlberg zu klein geworden ist und dazugebaut werden muss", erklärte Welzig der "Krone". Stadt und Land hätten zwar Finanzhilfe in Aussicht gestellt, aber ein großer Brocken bliebe am Tierheim hängen. Bei Katzen und Kleintieren sei die Situation ähnlich, aber von einer Sperre werde derzeit noch abgesehen.

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