Mo, 21. Mai 2018

Weltweites Entsetzen

01.08.2011 07:28

Assad verteidigt Massaker in Syrien - Westen übt Kritik

Das Massaker in der syrischen Stadt Hama am Sonntag ist von der internationalen Gemeinschaft auf das Schärfste verurteilt worden. Neben US-Präsident Barack Obama kritisierten sowohl die Vereinten Nationen als auch die EU das brutale Vorgehen der syrischen Armee. Präsident Bashar al-Assad verteidigte das Vorgehen dagegen als Reaktion auf eine Verschwörung, deren Ziel die Zerschlagung Syriens und auch der gesamten Region sei.

Mindestens 100 Menschen wurden nach Oppositionsangaben bei der am Sonntagmorgen begonnenen Militäroffensive gegen die viertgrößte Stadt des Landes getötet (siehe Infobox). Über 100 weitere erlitten Verletzungen, berichteten syrische Aktivisten in Beirut. Landesweit wurden am Sonntag nach Oppositionsangaben rund 140 Menschen getötet.

Assad sieht Verschwörung gegen Syrien
Assad verteidigt das brutale Vorgehen der Armee, denn er ortet eine Verschwörung gegen Syrien und ein Komplott gegen die gesamte Region, und dagegen müsse etwas unternommen werden. Nach Darstellung Assads sei das Ziel der Verschwörung, Syrien zu zerschlagen. Allerdings hätten die Verschwörer übersehen, dass Syrien "einzigartige Eigenschaften" besitze, die das Land "immun gegen Verschwörungen" machen. Daher werde dieser "bösartige Angriff" nicht anders als vorhergegangene Attacken enden.

Weltweites Entsetzen über Vorgehen in Syrien
Scharfe Kritik am Vorgehen der syrischen Armee kommt von allen Seiten. US-Präsident Obama reagierte entsetzt auf das Massaker in Hama. Obama teilte in Washington mit, die USA arbeiteten mit anderen Staaten weiter daran, die Führung in Damaskus international zu isolieren. "Die Berichte aus Hama sind schrecklich und sie zeigen den wahren Charakter des syrischen Regimes", sagte der US-Präsident am Sonntag nach Angaben des Weißen Hauses.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon drohte dem Regime Assad mit einer strafrechtlichen Verfolgung. "Die syrischen Behörden sind verantwortlich für ihr Handeln und können nach internationalem Recht für alle Gewaltakte gegen ihr Volk zur Rechenschaft gezogen werden", sagte Ban in New York.

In Brüssel zeigte sich die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton "schockiert" über das Massaker. "Dieser Angriff und die laufenden Einsätze auch in anderen syrischen Städten sind unmittelbar vor Beginn des heiligen Monats Ramadan noch inakzeptabler als ohnehin schon", so Ashton. Die Verantwortlichen für das blutige Vorgehen gegen Oppositionelle in Hama müssten vor Gericht kommen.

Hama schon einmal Schauplatz eines Massakers
Hama war bereits 1982 Schauplatz eines Massakers. Damals starben nach unbestätigten Berichten über 20.000 Menschen, als die Armee - damals regierte Assads Vater Hafis al-Assad - mit brutaler Gewalt gegen aufständische Sunniten in der Stadt vorging.

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