Do, 23. November 2017

Nebenbahnen

05.04.2011 15:01

142 Millionen Euro fließen in Wachau- und Mariazellerbahn

Die Übernahme der Nebenbahnen durch das Land mit Ende vergangenen Jahres sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Während SP, FP und Grüne sich nach wie vor in Kritik üben, waren Landeshauptmann Erwin Pröll und Verkehrslandesrat Johann Heuras (beide VP) voll des Lobes und kündigten für die Wachau- und die Mariazellerbahn Investitionen von insgesamt 142 Millionen Euro an.

Auf der 84 Kilometer langen Mariazellerbahn, wo die landeseigene Verkehrsorganisationsgesellschaft mbH (NÖVOG) seit 12. Dezember den Betrieb führt, konzentriere man sich auf der Bergstrecke auf die touristische Nutzung (gefahren wird das ganze Jahr), im Tal auf den Pendlerverkehr. 117 Millionen Euro sollen die Bahn zum "Juwel des Landes" (Heuras) machen. Unter anderem fließen 65 Millionen Euro in neues Wagenmaterial "mit allem Komfort" (bis 2013), weitere große Brocken entfallen auf die Werkstätten und die Infrastruktur. 100 Millionen davon seien "reine Landesmittel", den Rest werde man sich "anderweitig besorgen", blieb Pröll vage.

"Wir erwarten uns 2011 etwa 500.000 Fahrgäste", so Heuras. Mittelfristig wolle man die Zahl auf 800.000 steigern. Die Betriebskosten belaufen sich momentan auf eine Million Euro monatlich, Ziel sei es aber, diese durch Investitionen langfristig zu senken, sagte NÖVOG-Geschäftsführer Gerhard Stindl.

Zug durch Wachau nur an 60 Tagen pro Jahr
Die Wachaubahn, die laut Pröll von den ÖBB "nur mehr halbherzig geführt" und 2011 "vollkommen eingestellt" worden wäre, wird künftig in der Tourismussaison von April bis November am Wochenende sowie an Feiertagen mit drei Zügen pro Tag auf den 34 Kilometern zwischen Emmersdorf und Krems verkehren. Dafür werde man in den kommenden Jahren 25 Millionen Euro Landesgeld vorwiegend in die Gleise, aber auch in die Bahngarnituren, Haltestellensanierung und die Sicherung von Steinbrüchen investieren.

Pro Betriebstag - im Jahr werde man auf etwa 60 kommen - dürften Kosten von 3.000 bis 3.500 Euro anfallen, teilte Stindl mit. Schiff, Bahn und die Buslinie für den Pendlerverkehr sollen in einem "einzigartigen" Mobilitätskonzept vertaktet und mit Radwegen verbunden werden, so dass jeder Ort in der Wachau künftig ohne Auto erreichbar ist, versprach Heuras. Die Tourismus-Züge werden ab 16. April verkehren.

Kritik: Mehr erreicht mit "einigem guten Willen"?
Kritisch sah man die angekündigten Investitionen bei der SPNÖ. Den "Löwenanteil" würden Bund und ÖBB tragen, das Land sei nur "Minderheitsbeteiligter", meinte Verkehrssprecher Gerhard Razborcan. Bei "einigem guten Willen" hätten auch noch sehr viel mehr der Nebenbahnen "gute Zukunftsaussichten" gehabt.

Mit Ende 2010 hat das Land 630 Kilometer Nebenbahnen von den ÖBB übernommen. Auf 313 Kilometern gab es davor teilweise schon seit Jahrzehnten keinen Betrieb mehr, auf 165 Kilometern war er eingeschränkt. Lediglich 152 Streckenkilometer waren im vergangenen Jahr noch im Regelbetrieb bei den ÖBB.

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