Mo, 20. November 2017

Abschied nehmen

14.02.2011 17:11

Peter Alexander: Aufbahrung am Zentralfriedhof

Die Trauer um Peter Alexander ist groß. Vor der Villa und am Familiengrab des Entertainers legen Fans seit Sonntag Blumen nieder und zünden Kerzen an. Entgegen ersten Befürchtungen können sie sich nun auch öffentlich von ihrem Idol verabschieden: Alexander wird am Samstag, 19. Februar, auf dem Wiener Zentralfriedhof aufgebahrt.

Zwischen 9 und 16 Uhr können ihm dort Freunde und Anhänger in der Halle 2 des Zentralfriedhofs die letzte Ehre erweisen. Dort wird auch die Möglichkeit bestehen, sich in ein Kondolenzbuch einzutragen.

Details zur Beisetzung des Publikumslieblings sind indes noch nicht bekannt. Gerüchten zufolge soll Alexander seinen Wünschen entsprechend am Grinzinger Friedhof im Familiengrab seine letzte Ruhe finden, wo schon seine 2003 verstorbene Frau Hilde und seine 2009 verunglückte Tochter Susanne liegen.

An diesem unauffällig platzierten, schwarzen Grab der Familie Neumayer - so der bürgerliche Name Alexanders - fand sich indes ungeachtet winterlicher Witterung am Montag so mancher Fan ein, um Abschied zu nehmen. Dass die Trauerfeier vermutlich im engsten Familienkreis stattfinden soll, wurde dabei einhellig bedauert - allerdings vor Bekanntwerden des öffentlichen Aufbahrens. "Schließlich waren ja wir es, die ihn zu dem gemacht haben, was er war", so Alexander-Anhängerin Renate Fiala.

Trauer um Alexander im virtuellen Raum
Auch im virtuellen Raum wurde dem Verstorbenen gehuldigt. Seit Bekanntwerden der Nachricht twitterten viele Fans und posteten auf den Facebook-Seiten, die sich dem Entertainer widmen. Ebenso wurden YouTube-Videos mit Ausschnitten aus Filmen und Shows kurzerhand durch unzählige Kommentare zu Kondolenzbüchern umfunktioniert. Gerade viele jüngere Internetnutzer, die den Star bestenfalls aus gemeinsamen Fernseherfahrungen mit den Großeltern kannten, zeigten sich bestürzt von der Nachricht. Unangefochten an der Spitze der erfolgreichsten Alexander-Videos bei YouTube steht "Die kleine Kneipe", das bisher rund 618.000 Mal angeklickt wurde.

Auch bei Alexanders Plattenfirma Sony Music Entertainment/Ariola herrschte am Montag Trauer um den Verlust des "langjährigsten" Künstlers des Hauses. Er sei der einzige deutschsprachige Entertainer, der in sechs Jahrzehnten hintereinander in den deutschen Charts vertreten war. "Wir sind tief betroffen, dass der Ausnahmekünstler Peter Alexander die Bühne des Lebens für immer verlassen hat. Seine charismatische Strahlkraft, sein spitzbübisches Wesen und sein unnachahmliches Gespür für Komik haben Generationen begeistert und werden auf ewig unerreicht bleiben", bedauerte Philip Ginthör, Chef von Sony Music Entertainment Austria.

"Trost aller Trümmerfrauen"
Entsprechenden Niederschlag fand die Nachricht vom Tod des Allroundunterhalters in der Presselandschaft. "Er war der Trost aller Trümmerfrauen", beschied der "Tagesanzeiger" aus der Schweiz, während die "Süddeutsche Zeitung" konstatierte: "Peter Alexander war der Mann, der den Deutschen wieder erlaubte, sich selbst, ihre Heimat und ihre Sprache zu lieben. Eben weil er kein Deutscher war. Der Wiener Dialekt nahm der deutschen Sprache die Schärfe, die sich so brutal ins kollektive Bewusstsein ihrer Zeit gerammt hatte."

Die "Frankfurter Rundschau" sah in Alexander "eine reine Kunstfigur", um die Bedürfnisse der Nachkriegszeit nach oberflächlichen Filmkomödien und leichten Schlagern zu befriedigen.

Gottschalk: "Timing ist alles"
Und auch Thomas Gottschalk, der am Samstag seinen Rückzug aus "Wetten, dass ..?" verkündet hatte, widmete dem Verstorbenen in der "Bild"-Zeitung einen Brief: "Peter, wir beide haben immer gewusst: Timing ist alles in unserem Geschäft. Die entscheidende Pointe muss genau zum richtigen Zeitpunkt gesetzt werden. Jetzt haben wir das auch wieder ganz gut hingekriegt. Ich habe am Samstag dem Mubarak die Show gestohlen und Du mir am Sonntag die Schlagzeile", schreibt der ZDF-Moderator darin (siehe oben).

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