Sa, 16. Dezember 2017

Denkwürdige Show

10.02.2011 12:47

"Wetten dass..?" wird 30 und macht trotz Unfalls weiter

Gleich zwei denkwürdige Augenblicke fallen bei der nächsten Sendung von "Wetten dass?" am Samstag zusammen: Zum einen feiert die Sendung im Februar ihren 30. Geburtstag, zum anderen ist es die erste Ausgabe nach jenem folgenschweren Unfall von Samuel Koch. Das Unglück des Wettkandidaten führte deshalb im Dezember letzten Jahres zum ersten Mal in der Geschichte der Samstagabend-Show zu ihrem Abbruch und stürzte sie in die bisher größte Krise seit ihrer Erstausstrahlung am 14. Februar 1981.

Den Fernsehzuschauern stockte am 4. Dezember der Atem, als sie live miterleben mussten, wie der 23-Jährige beim Versuch, mit Sprungstelzen über ein fahrendes Auto zu springen, mit dem Kopf voran auf den Boden krachte und schwere Lähmungen davontrug. Den Vorfall nahmen deutsche Medien schließlich zum Anlass, erneut das millionenschwere "Universum Gottschalk" zu untersuchen.

Unter anderem konnte man in den Wochen danach von geschäftlichen Zerwürfnissen von Moderator Thomas Gottschalk und dessen Bruder Christoph, der über die gemeinsame Firma "Dolce Media" die lukrative Vermarktung verwaltet, lesen. Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete zuletzt, dass Gottschalk bereits 2008 im Streit aus der Firma ausgestiegen war. Über die Details ihrer geschäftlichen Tätigkeit hüllten sich die Brüder jedoch in Schweigen.

Audi AG nicht an Unfall Schuld
Auch das Product Placement in der Sendung geriet nach dem Unfall ins Kreuzfeuer der Kritik. Da Samuel Koch bei seinem Stunt über einen 5,15 Meter langen Audi A8 gestürzt war, wurde die Frage, ob der Autokonzern als Kooperationspartner von "Wetten dass..?" bei der Auswahl der Fahrzeuge mitzureden hatte, immer lauter. Gegenüber der Tageszeitung "Welt" bestritt die Audi AG jedoch, an der Konzeption der Sprung-Wette beteiligt gewesen zu sein. Koch habe eine Liste mit Autos aller Marken vorliegen gehabt, aus denen er sich fünf aussuchen konnte, unterrichtete Audi-Sprecher Jürgen De Graeve über die Wettvorbereitungen. "Wir hatten keinen Einfluss auf die Liste." Allerdings bestätigte er, dass die Audi AG einen Vertrag mit "Dolce Media" habe.

Im ZDF bemühte man sich indes um die Auswertung des Unfallherganges. "Eine Verkettung unglücklicher Umstände" habe zu dem Sturz von Samuel Koch geführt, "kein schuldhaftes Verhalten" sei für den Sturz verantwortlich und es seien alle "notwendigen und möglichen Sicherheitsmaßnahmen" eingehalten worden, hieß vonseiten des ZDF im Jänner.

Weniger Risiko in der Show
Mehr Sicherheit und strengere Auswahl bei den Wetten, so lautet der neue Kurs, den die Show ab Samstag fahren wird. "Wir haben ein detailliertes und entsprechend dokumentiertes Prüf­verfahren zur Risikoeinschätzung eingeführt, das künftig der Auswahl und Zulassung von Wettvorschlägen vorangestellt wird", erklärte ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut bereits Ende Jänner. Jede Wettidee soll demnach von Experten auf Schwierig­keitsgrad, Sicherheitsanforderungen und mögliches Unfallrisiko geprüft werden und dann entsprechend einer vierstufigen Punkteskala eingestuft. "In die höchste Kategorie fallen sportive und akrobatische Wetten, bei denen Geschwindigkeit, Sportgeräte, Fahrzeuge und so weiter eine Rolle spie­len."

Wie Gottschalk, der heuer den Adolf-Grimme-Preis für sein Lebenswerk verliehen bekommt, die Überleitung in die neue Ära am Samstag vor dem Millionenpublikum im deutschsprachigen Raum schaffen wird, könnte ein Index dafür sein, wie lange der Showmaster die Sendung noch moderieren wird. Immerhin hatte er sich einen Monat Zeit gelassen, bis er bestätigte, die Show auch weiterhin zu moderieren. "Wetten dass..?"-Erfinder Frank Elstner jedenfalls wünscht sich noch unzählige weitere Gottschalk-Jahre: "Ich mag den Thomas, und ich hoffe, er macht es noch viele Jahre."

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